Ein Gastbeitrag von Sus Scrofina

Auf globaler Ebene stellen invasive Arten eine der größten Bedrohungen der biologischen Vielfalt dar. Diese invasiven Arten (Neobiota), im englischen „Invasive Alien Species“ (IAS), haben erhebliche negative Einflüsse auf die biologische Diversität, wenn sie zum Beispiel einheimische Arten aus ihrem Lebensraum verdrängen. Die ökonomischen Folgekosten invasiver Arten werden EU-weit auf 12 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

Naturwissenschaftlich kann das Eindringen von Neobiota nicht als positiv oder negativ bewertet, sondern nur beschrieben werden. In der Bewertung greifen in der Folge kulturelle Begründungen als Ergebnisse der gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse.

Nicht jede Art, die verbracht wird, kann sich dauerhaft etablieren oder explosionsartig vermehren. Grundsätzlich muss einer invasiven Art die Beschaffenheit des Lebensraumes zusagen. Außerdem benötigt sie geeignete Nahrung und für eine funktionierende Population sind fast immer mehrere Vertreter notwendig. Das können einige hundert oder gar tausende Individuen unterschiedlichen Geschlechts sein. Finden invasive Arten günstige Bedingungen vor oder fehlen natürliche Feinde, die die fremde Population regulieren, können sie sich sprunghaft ausbreiten und zu einer ernsten Bedrohung für die natürlichen Bewohner werden.

Offene Habitate mit geringem Konkurrenzdruck anderer Arten und ohne Fressfeinde zeigen sich als besonders anfällig für die Besiedlung invasiver Arten.

Sogenannte Inselökosysteme sind dabei oft besonders verwundbar, da bei ihnen u.a. gewisse Arten, wie beispielsweise Räuber, gar nicht vertreten sein können. Dringen sie ein, können sie das Artenspektrum auf Grund seiner fehlender Anpassungsstrategien u.U. schnell und nachhaltig zerstören.

Heute gut nachvollziehbare und folgenschwere biologische Invasionen fanden besonders bei der Entdeckung und Besiedlung Amerikas, Australiens, Neuseelands und mehrerer kleiner Inseln statt, deren Auswirkungen bis jetzt noch sichtbar sind. Die künstliche Ausrottung der invasiven Spezies ist größtenteils unmöglich.

Besonders durch die Globalisierung werden die Strecken von einem Ort zum anderen immer schneller und häufiger überwunden. Natürliche Barrieren wie Wasser, Gebirge oder Wüsten spielen nun für die Überwindung durch invasive Spezies eine deutlich geringere Rolle.

Neben der Gefährdung der Biodiversität durch Verdrängung und Auslöschung nativer Arten, kann auch das Ökosystem als Ganzes ins Kippen geraten: durch den Wegfall der ausgerotteten Spezies gerät das ökologische Gleichgewicht häufig aus dem Lot. Darauf folgt dann oft eine Art Kettenreaktion: andere spezialisierte Arten leiden ebenfalls darunter und sterben aus. Besonders gravierend ist die Situation, wenn die Schlüsselart verschwindet, auf die ein großer Teil der anderen Spezies direkt oder indirekt angewiesen ist.

„Invasive Arten sind daher ein typisches Umweltproblem, das nicht an nationalen Grenzen halt macht und mit einheitlichen Mindeststandards grenzüberschreitend bekämpft werden muss. Die Vetragsstaaten der Konvention über biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD), darunter auch Deutschland und die anderen Mitgliedsstaaten der EU, sowie die EU insgesamt, haben sich daher bereits 1992 dazu verpflichtet, die Einwanderung neuer invasiver Arten zu verhindern, sowie bereits eingewanderte Arten besser zu kontrollieren und, wenn nötig, zu eliminieren.“ (Quelle: NABU)

Ganz so hart wie der NABU (Naturschutzbund Deutschland), der sich laut Eigenbeschreibung seit mehr als hundert Jahren für die Rettung unserer Natur einsetzt, prescht die Species Survival Commission (SSC) nicht vor, aber auch sie formuliert sieben straffe Ziele. Sie fordert:

1.  das Bewusstsein zu vergrößern, dass invasive Arten eine große Gefahr darstellen

2. die Vermeidung von Einschleppungen invasiver Arten als Problem mit hohem Stellenwert zu fördern, das zur Bekämpfung nationale und internationale Aktionen benötigt

3. die Zahl der unbeabsichtigten Einfuhren zu minimieren und die ungenehmigte Einfuhr invasiver Arten zu verhindern

4. die Versicherung, dass beabsichtigte Einfuhren gebietsfremder Arten, auch für wissenschaftliche Zwecke, im Vorfeld genau auf ihre möglichen Auswirkungen auf die Biodiversität hin untersucht werden

5. die Förderung von Programmen und Kampagnen gegen invasive Arten und die Verbesserung deren Effektivität

6. die Förderung der nationalen und internationalen Rahmenbedingungen für nationale Gesetze und internationale Kooperationen zur Regulierung der Einschleppung invasiver Arten sowie deren Kontrolle

7. die Förderung notwendiger Forschungen und die Entwicklung und Veröffentlichung einer adäquaten Wissensbasis, um dem Problem invasiver Arten entgegenzuwirken.

Vorsorge gegen weitere Einschleppung ist bei weitem der effizienteste Weg, den Gefahren von invasiven Arten entgegenzuwirken, weiß auch der WWF, eine der größten internationalen Umweltschutzorganisationen.

Neben dem Buschwindröschen, das durch den sich invasionsartig ausbreitenden kaukasischen Wunderlauch verdrängt wird, den Miesmuschelbänken im Wattenmeer, die der Expansion der pazifischen Auster nicht gewachsen sind oder dem europäischen Edelkrebs, der durch die Einschleppung des amerikanischen Flusskrebses schon fast ausgerottet ist, gilt meine Sorge auch meinem eigenen Volk.

Unsere Kultur, unsere Lebensweise, unsere Freiheit, unsere Werte und unsere Menschen könnte man so einfach schützen, wenn unsere Regierung und die Verantwortungsträger unserer Gesellschaft, insbesondere die rot-grün angemalten, ein paar Lehren aus der wissenschaftlichen Ökologie und Biodiversitätsforschung ziehen und namentlich die Grundlagen der Invasionsbiologie auf die biologische Spezies „Mensch“ übertragen und ernst nehmen würden, anstatt immer weiter ideologisch verbohrt ihrem brandgefährlichen Experiment „Multikulturalismus“ zu frönen.

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