Es ist Frühling geworden. „Endlich!“, möchte man aufatmend meinen, doch nun schießen sie wieder wie Pilze aus dem Boden oder fallen einfach plötzlich stärker auf durch die fehlenden Mützen, Schals und Winterjacken. Jedes Jahr steigt die Zahl der Kopfttuch (Hijabs, Burkas, Nikabs, Tschadore  uas.) tragenden Frauen, in unserem Land an. Ein Gastbeitrag von Sus Scrofina

Obwohl sie in Deutschland bislang vielerorts noch mit bunten Punkten verwechselt werden, so ist ihre Marschrichtung klar, auch wenn sie noch so harmlos tun. Ein Blick in Nachbarländer wie Frankreich, Belgien oder Schweden genügt, um zu sehen, wohin die Reise geht. Und wo sie enden soll, das zeigen uns vormals säkulare Länder wie Türkei, Iran und Afghanistan.

Die verhüllten Damen werden immer dominierender gegenüber den Frauen, die sich noch trauen, sich mit offenem Haar und wenig Kleidung der Sonne zu erfreuen.

Es ist ein täglicher Machtkampf, nun auch auf unseren Straßen (Foto links: Impressionen vom Adenauerplatz in Berlin (c) David Berger), wobei die Freiheit, die Lebenslust und die weibliche Schönheit jeden Tag mehr ersterben gegenüber den Kräften des uniformierten Totalitarismus. Denn wer weniger Kleidung trägt als der andere, wer sich offener zeigt, ist automatisch schwächer und verletzbarer gegenüber dem, der sich hinter einer Vermummung verschanzt und verliert deshalb ihm gegenüber immer mehr an Boden, wenn er nicht explizit geschützt wird.

Es geht hierbei nicht um Religion: das sagt uns jeder vernünftige Islamwissenschaftler, dass es, um sozusagen eine gute Muslimin zu sein, nicht davon abhängt, ob man dieses Stück Stoff trägt oder nicht.

Das islamische Kopftuch ist auch nicht vergleichbar mit einem Bäuerinnenkopftuch, das davor schützte, dass Schweiß und Haare bei schwerer Arbeit im Gesicht störten. Es hat erst recht nichts mit dem modisch-lasziven Kopftuch inzwischen versunkener Zeiten zu tun, auch wenn die Modeindustrie den Hijab als Objekt zum Aufhübschen und Trend setzen längst entdeckt hat.

Das islamische Kopftuch ist einzig und allein, so wie jede Uniform, ein politisches Symbol von Macht und Eroberung, das die Gemeinschaft, die es trägt,

…nach innen verbinden und stärken soll, nach außen hin jedoch Überlegenheit und Überheblichkeit gegenüber denen, die es nicht tragen, markiert. Das ist der wesentliche Zweck des Tragens einer solchen Verhüllung: die Trägerin stellt sich über die Nichtträgerin, indem sie sich selbst als rein überhöht und die andere damit als unrein, das heißt wertloser als sich selbst, degradiert. Das unterscheidet das Tragen des islamischen Kopftuches auch vom Tragen anderer, echter religiöser Symbole wie zum Beispiel eines Kreuzanhängers oder einer Kippa, die zwar auch eine bestimmte Zugehörigkeit demonstrieren, aber keine Abwertung gegenüber dem Nichtträger implizieren. Aber genau dieser Unterschied macht das islamische Kopftuch auch so faszinierend und so bedrohlich zugleich.

Das 20. Jahrhundert war voll von Uniformfetischisten mit kleinem Selbstbewusstsein aber großem Geltungsdrang, die sich pudelwohl in einer uniformierten Masse, egal ob rot, schwarz oder braun, fühlten und es wäre naiv zu glauben, dass sie plötzlich alle weg wären.

Nein, sie sind mitten unter uns in erschreckend großer und rasant steigender Zahl. Und wieder sind sie der Meinung, dass sie die Guten, die Richtigen und Wahrhaftigen sind.

Weil das islamische Kopftuch nichts weiter als eine ordinäre Uniform, jedoch mit exotischem Beigeschmack ist, wird es ausgerechnet von den Anhängern des uniformierten linksgrünen Zeitgeistes, der das Eigene negiert und das Fremde überhöht, so sehr beklatscht und ihm als Leichentuch der Weg mitten ins Herz unserer liberalen Gesellschaft bereitet. Auch wenn sie sich selbst als bunte Gleichberechtiger sehen, so sind sie doch in Wirklichkeit nur eintönige Gleichmacher, die ihrer zunehmenden gedanklichen Totalitarisierung auch immer deutlicher Ausdruck durch geeignete Uniformierung verleihen wollen. Kein Wunder, dass Menschen nach Halt suchen in einer Zeit, wo wir immer mehr individualisert, sprich verunsichert und vereinsamt werden. Da hat die Sehnsucht nach einer schlichten, aber heilsversprechenden Ideologie, wo man nicht selber denken, dafür aber in der gleichgeschalteten Masse aufgehen und blind-willig folgen soll, Hochkonjunktur.

Wie passend, sich da durch massenweisen Import einen Scharia-Islam mit seinen Verhüllungsforderungen und -uniformen ins Land zu holen, dessen Anhänger sich praktischerweise auch noch hervorragend als Opfer, obwohl sie es gar nicht sind, zu inszenieren wissen, um die es sich zu kümmern gilt. Und das zu einem Zeitpunkt, wo sich die traditionellen Opfergruppen zunehmend ausdünnen, weil sie keine Lust mehr auf Opfer haben oder Freigeister sind, die sich mehr und mehr auf der anderen, der verfemten Seite wiederfinden.

Unter dem islamischen Kopftuch in Deutschland steckt in aller Regel nicht das unschuldige, gläubige Liebchen, sondern eine, den Ungläubigen, also uns gegenüber, sehr eingebildete und herablassende Frau.

Das fällt unsereins nur oft so schwer zu glauben, weil wir nicht verstehen können, wie man die Freiheit derart mit Füßen treten kann und möglicherweise täte manchem die Kränkung auch zu sehr weh, sich einzugestehen, dass unsere vermeintlichen Opfer gar keine sind, sondern in Wirklichkeit nur über uns und unsere Naivität lachen.

Wer uns respektiert, setzt jedoch sein Kopftuch als Zeichen der Wertschätzung ab.

Natürlich gibt es auch hierzulande Frauen, die von ihren Verwandten unter den Stoff gezwungen werden, doch ist ihre Zahl bei Weitem nicht so groß, wie uns gerne suggeriert wird und der beste Schutz wäre auch für sie, wie für alle Unverhüllten, ein Kopftuchverbot im Öffentlichen Raum, kombiniert mit einem konsequenten Rechtsstaat, der bei Gewalt gegen Frauen klar und deutlich durchgreift, damit sich Frauen und Mädchen frei UND sicher fühlen können.

Dann braucht es auch kein Kopftuch mehr, um sich vor der Gewalt der Glaubensbrüder auf der Straße zu schützen. Kein Kopftuch mehr, heißt: alle Frauen und Mädchen sind gleichwertig und nicht die eine reiner als die andere, wobei die Reinere erst durch ihre aufgesetzte vermeintliche Reinheit, die andere als unrein und damit als Freiwild für ihre männlichen Glaubensgenossen markiert.

Mit diesem Motiv machte die Berliner SPD bzw. deren OB-Kandidat Müller Wahlkampf (c) Screenshot Facebook

Das Tragen eines islamischen Kopftuches ist Angriff und Verteidigung zugleich. Weil es zweifelsohne auch diesen Schutzaspekt vor muslimischer Männergewalt hat, tun wir uns schwer damit, die andere Seite, nämlich die der innewohnenden Aggression des Kopftuchtragens zu beleuchten. Durch den Akt des Kopftuchtragens setzt die Trägerin eine Verhüllungsspirale aus Angriff und Verteidigung in Gang, die zu einem immer höheren Grad an Verhüllung führt, wenn sie nicht frühzeitig unterbrochen wird. Wir sind keine beziehungslosen Wesen, die durch einen luftleeren Raum schweben, sondern interagieren miteinander, was auch bedeutet, dass unsere Kleidung Einfluss auf unsere Mitmenschen hat. 

Durch den Akt des Kopftuchtragens, selbst wenn er tatsächlich nur als Schutz gemeint ist, greift die Trägerin, ob gewollt oder ungewollt, die Nichtträgerin an, indem sie sie einer höheren Vulnerabilität aussetzt.

In einer Gesellschaft, wo zunehmend das Recht des Stärkeren den Rechtsstaat ablöst, der eigentlich gerade die Schwachen schützen sollte, bleibt der Nichtkopftuchträgerin, will sie unversehrt bleiben, nur übrig, sich ihrerseits mit einem Kopftuch zu bewaffnen und zu verpanzern, was wiederum die Bedingungen der verbliebenen Nichtträgerinnen weiter verschlechtert und bei anhaltender oder gar zunehmender muslimischer Männergewalt den Grad der Verhüllung immer weiter hochschraubt. Ein Blick auf die bereits erwähnten Länder genügt, um sich das zu veranschaulichen.

Aber auch bei uns hat vielerorts die Freiheit der Frauen bereits Einschränkungen durch die Kopftuchgewalt hinnehmen müssen: an Badestelle oder in Schwimmbädern ist es zunehmend vorbei mit schicken Bikinis, sowie die ersten Frauen verhüllt oder im Burkini, am besten im Schlepptau mit raumfordernden Männern ihres soziokulturellen Hintergrundes, auftauchen.

Die normale europäische Badebekleidung, eben noch völlig in Ordnung und angebracht, wird dadurch plötzlich zu aufreizenden, unpassenden Wäschestückchen herabgestuft. Und wer ist wohl die Schwächere? Wohl die, die weniger an hat. Für die, die das nicht glauben mögen, empfehle ich den extremen Selbsttest an einem FKK-Strand: bitte ziehen Sie sich regelkonform nichts an und lassen eine Gruppe Vollverschleierter dazutreten. Merken Sie sich bitte das Gefühl, dass in Ihnen, nackter Mensch, aufsteigt und beschreiben Sie es mir.

Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden. Ich ergänze Rosa Luxemburg Zitat: auch der Andersbekleideten.

Oder besser gesagt: der Wenigerbekleideten. Die Freiheit der Kopftuchträgerin endet dort, wo sie die Freiheit der Nichtträgerin einschränkt. Würde sie das nicht tun, hätten wir kein Problem mit dem Kopftuch und es wäre ein normales Accessoire, so wie es viele gibt. Umgekehrt schränkt die Nichtkopftuchträgerin durch das Nichtkopftuchtragen niemals die Freiheit der Kopftuchträgerin ein.

In der Gesamtzahl sehen wir,

  • dass das Tragen des islamischen Kopftuches sowohl die Freiheit der Nichtträgerinnen einschränkt,
  • als auch die einer unbekannten Zahl von Frauen, die zum Kopftuchtragen gezwungen werden
  • als auch die, die sich nur durch Verhüllung ausreichend geschützt fühlen vor einem Umfeld, in dem sie muslimischer Männergewalt ausgesetzt sind und anders um ihre Unversehrtheit fürchten müssten.

Wer die Freiheit des Anderen einschränkt, wer den Schwächeren immer mehr verdrängt, dem gilt es Schranken zu setzen. Und wer sein Kopftuch aus Respekt vor den anderen, die eben nicht wertloser oder unreiner als man selbst sind, nicht absetzt, dem gehört eine klare Grenze gesteckt: kein islamisches Kopftuch im öffentlichen Raum.

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