(Michael van Laack) Während in Trier ein neues Marx-Denkmal eingeweiht wurde, welches die Stadtmütter und -väter als großes Geschenk Chinas preisen  – eines Karl Marx, infolge dessen christenfeindlicher Lehren Abermillionen Menschen in Asien und den osteuropäische Staaten seit fast einem Jahrhundert unterdrückt, inhaftiert, gefoltert und getötet werden – darf Kaiser Wilhelm I. vor dem Preußen-Museum in Wesel nur noch liegen.

Denn dieser hat (bekanntlich) in seinem Leben viele Kriege geführt und entsprechend unsägliches Leid über sein Volk gebracht, so dass man sein umstrittenes Denkmal nach einer Restaurierung nicht mehr stehend präsentieren mochte.

Die Anständigen aus dem Bürgertum meines Heimatkreises sind darüber selbstverständlich hochbeglückt. Buntfaschistische Korrektheit in ihrer reinsten Form. 

So wird man wohl in Zukunft Schulklassen schon zu Beginn der Führung vor dem Eingang in die „richtige“ Grundstimmung bringen für den Besuch des Museums:

„Achtung, liebe Kinder und Jugendliche. Gleich betretet ihr ein Haus, in dem ihr viel Dunkles über Eure und Eurer Ahnen Heimat erfahren werdet. Es gibt nicht den geringsten Grund, auf Deutschland stolz zu sein oder auf Eure Vorfahren. Alles nur willige Vollstrecker der bösen Könige und Kaiser Preußens!“

Deutschland schafft sich auf die Zukunft hin ab und beginnt deshalb noch zu Lebzeiten mit der Grablegung der eigenen Geschichte. Damit am Ende für die neuen Besitzer des Landes nicht noch etwas Anstößiges zu beseitigen übrig bleibt. Denn bekanntlich möchte niemand den Erben unnötig Mühe machen beim Ausräumen der Wohnung nach dem Ableben!