Ein Gastbeitrag von Andrea Berwing

Es geht um nichts Geringeres als um unsere Sicherheit. Leyla Bilge meldet eine Demonstration an: Marsch der Frauen am 17.02.2018, Beginn Hallesches Tor, es bleibt spannend, ob wir bis zum Bundeskanzleramt laufen werden.

Das Motto: Wir sind kein Freiwild! Nirgendwo!

WhatsApp Image 2018-02-18 at 10.46.122011 gründet Frau Bilge (Foto rechts) in Krefeld eine Gruppe, die sich gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern richtet, dann engagiert sie sich in der Flüchtlingshilfe.

2013 reist sie in den Osten der Türkei, um in Flüchtlingscamps mitzuhelfen. Sie hat Mumm, tut das, was ihr am Herzen liegt. Selbst bekommt sie unangenehme Anrufe von Menschen, von Islamisten, ist Kritikerin des Islam, einer Religion, in der die Stimme von Frauen vor Gericht nur die Hälfte zählt, Frauen aus dem öffentlichen Leben verbannt werden, vor der Welt sich verstecken sollen mit Kopftuch oder Burka.

Leyla weiß, wovon sie spricht. Sie erliegt keiner romantischen Vorstellung einer Religion aus Tausend und Eine Nacht.

Die Demo soll parteilos sein. So sind keine AfD-Flaggen erwünscht, Frauen wollen für sich auf die Straße gehen – für ihre Töchter, Mütter, Tanten, Freundinnen.

WhatsApp Image 2018-02-18 at 10.45.18Leyla Bilge macht aufmerksam, auf das Gewaltpotential von Männern, von Männern aus unserem Kulturkreis und unserem Land, für die wir Frauenhäuser geschaffen, Gesetze erlassen haben, aber auch von Männern, die aus frauenverachtenden Kulturen zu Hunderttausenden in unser Land strömen und uns Frauen das Gefühl für Sicherheit nehmen, mit Angrapschereien, unangenehm stierenden Blicken, bis hin zu Vergewaltigung und Mord. Wer Zahlen sehen möchte, der findet sie.

Diese Demo soll unter keiner Flagge laufen, denn alle demokratisch gewählten Parteien im Bundestag sind gemeint, ALLE. Linke, Grüne, FDP, Sozialdemokraten, Christdemokraten ebenso wie Mitglieder der sich noch findenden AfD.

Aber gemeint ist auch die Politik der vollen Grenzöffnung ohne Grenzkontrollen, einhergehend mit einem steigenden Kontrollverlust des Staates, einer Zunahme von Gewalt- und Kriminalitätsakten.

Gibt es einen Weg da heraus. Für uns Frauen, für Sicherheit?

Wir haben Gefängnisse gebaut, Kapazitäten erschöpft. Wir haben ein Rechtssystem, das inzwischen völlig überlastet, zu Teilen versagt. Kleine Delikte, wie Diebstahl, werden nicht mehr bearbeitet, Akten anderer stapeln sich.

Wie der Fall von Anis Amri zeigt, ist der Staat, auch da, wo er die Möglichkeit hatte, nicht in der Lage, Gefahr für Leib und Leben seiner Bürger und der Menschen, die unser Land als Touristen besuchen, abzuwenden.

Viele Mainstreammedien machen sich mitschuldig an der desaströsen Lage in unserem Land, mitschuldig an der Skepsis gegenüber regierenden Instanzen bis hin zur Staats- und Parteiverdrossenheit: Durch kontinuierliches einseitiges Verschweigen von Migrationshintergründen bei Tätern verhindern sie gewollt den Diskurs und hetzen Menschen, die den Mund aufmachen, von ihrem Recht auf Meinungsfreiheit und Information Gebrauch machen, als Rechte und Nazis durch die Medienlandschaft.

Antisemitische Ausfälle werden ungeprüft Rechten zugeordnet, verfälschen die Statistik, verhindern eine Politik der Vernunft. Eine Zensur kritischer Meinungen, ja eine Hetze gegenüber denen, die sie äußern, hat um sich gegriffen.

Doch wir brauchen den Diskurs, wir brauchen offene Auseinandersetzungen für unsere Freiheit. Wo bleiben die Prinzipien der Aufklärung, wo bleibt der Voltaire (vermutlich fälschlich) zugeschriebene Satz:

„Ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen“?

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„Antifa“-Blockade

Wo bleibt Rosa Luxemburgs „Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“? Und Freiheit braucht Sicherheit. Um darauf aufmerksam zu machen, sind viele Frauen und Männer an diesem Samstag hier versammelt, hier, am Halleschen Tor!

Frau Merkel, bekannt für ihre herrlichen Bonmots: „Ich gehöre zu den Menschen, die ihre Versprechen einhalten“ oder auch „Aus Illegalität Legalität machen“ , ist heute nicht dabei.

Schade eigentlich. Sie würde Frauen sehen, die Kinder gezeugt, geliebt, gehasst, gelacht und geweint haben. Frauen, groß und klein, dick und dünn, ungarisch, russisch, kurdisch, türkisch, schwarz, aber auch deutsch, in Zeiten nach Kandel und nach 198 dokumentierten Vergewaltigungen und auch Morden an Frauen in Schweden, in Deutschland, in Italien, Frankreich. Sie sind passiert, sie lassen sich nicht mehr vertuschen. Und wir wollen nicht mehr schweigen.

Jedoch, wir kommen nicht weit. Am Checkpoint Charlie bleiben wir stehen. Und stehen. Und stehen. Die Musik dort ist peinlich. Warum nicht Joan Baez? 

Denn vertuschen und darüber schweigen wollen offenbar die Gegendemonstranten, sie blockieren die Straße, zeigen ihr Gesicht der Intoleranz, erheben ihre politischen Ideen über das tatsächliche Leiden von Frauen. Dass wir nicht weiterkommen, spricht für sich.

„Gegen Rassismus und für Feminismus.“ Es gibt eine Gegendemo. Eine Gegendemo für -Gewalt gegenFrauen-? Ströbele, die Grünen, hab ich auch mal gewählt. Wir leben inzwischen in einem Land, in dem die „Toten Hosen“ Frau Merkel zum Durchhalten aufrufen, der Justizminister Maas, der Feine Sahne Fischfilet lobt, die ihrerseits 2012 vom Verfassungsschutz so eingeschätzt wurden:

„Die autonome Punkband FSF entfaltet neben ihrem musikalischen Wirken auch linksextremistische Aktivitäten – sie ist daher als politischer Zusammenschluss anzusehen. Die Gruppe versteht Gewalt als legitimes Mittel der Auseinandersetzung mit Rechtsextremisten und verbreitet diese Ansicht auch„.

Vorstellbar, die Punks aus dem Osten hätten mit Erich Honecker und Erich Mielke „Ich liebe Euch doch alle“ zusammen Mocca Fix gesoffen und Cabernet?

Die Punks auf der Straße, Erich Honecker und Erich Mielke beschützt und abgeschottet- dicke Freunde?

Doch die Frauen am Halleschen Tor reagieren auf die Hetze von den selbsternannten „Anti“faschisten, die die Frauen lauthals als Nazis beschimpfen. Sie rufen im Chor und laut zurück: Nazis!

Die selbsternannten „Anti“faschisten werden still. Es hört sich komisch an, als Nazi betitelt zu werden. 2018.

Ignazio Silone  hat mal gesagt:

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen, ich bin der Faschismus, er wird sagen, ich bin der Antifaschismus!“

Vier Jahre nachdem er aus dem Exil kam. Und siehe da, kurze Zeit darauf wurde der Antifaschismus instrumentalisiert. Und auch die Rassismuskeule kam zum Einsatz, die Stalin schon eingesetzt hat und damit Millionen von Menschen in den Tod getrieben, umgebracht hat. Bis heute ist es möglich, mit Begriffen Menschen einzuschüchtern und mundtot zu machen, sie zu kriminalisieren.

Vielleicht sollten wir die Bezeichnung von links und rechts als überholt zur Seite legen und über Inhalte diskutieren. Über Heimatrecht und auch das Recht und die Pflicht eines jeden Landes, seine Bürger zu beschützen. Und den Schutz für Frauen und Mädchen an oberste Stelle zu setzen.

Denn diese Frauen demonstrieren für ihre Rechte. Sie wollen nicht weglaufen vor Männern, die aus frauenverachtenden Kulturen hier illegal eingereist sind! Sie wollen aufmerksam machen auf die Morde, die begangen wurden, aufmerksam auf den Missbrauch hinter verschlossenen Türen, die Kinderehen, die in Deutschland vor den Augen von Behörden stillschweigend geduldet werden, aufmerksam machen, auf den vehementen Anstieg der Rohheitsdelikte.

Wir wollen unsere Freiheit behalten! Freiheit muss beschützt werden!

„Wenn wir das jetzt nicht verstehen, dann wird es später noch viel schlimmer!“, so Imad Karim, er hat es im Nahen Osten miterlebt, da fing es genau so an, dass Frauen aus öffentlichen Räumen verdrängt, Schutzzonen errichtet wurden. Erst ist es der kurze Rock, den Frauen nicht mehr tragen sollen, das Kleid, dann kommen das Kopftuch, und die Burka. Jetzt kämpfen manche Frauen dort einen verzweifelten Kampf, nehmen den Schleier ab – und – werden verhaftet. Wo seid ihr dort, ihr selbsternannten „Anti“faschisten?

Antifa-Logik

Das ist der allgemeine Konsens der Demonstration von Frauen für Frauen!

„Es sind die unzähligen Einzelfälle, die uns schockieren“,

…sagt eine Rednerin auf der Demo.

Was versprechen sich die Frauen von der Demo?

Es ist eine Demonstration, die sich anschließt an die Demonstration in Kandel. Gegen Gewalt, gegen die Sexualisierung der Frau, dagegen, dass das Wort einer Frau nicht zählt. Es ist eine Demonstration für Gleichberechtigung, für Sicherheit.

Wir wollen uns in öffentlichen Räumen sicher bewegen. Wir wollen keine Sicherheitszonen und Armbändchen am Handgelenk. Wir wollen keine Barbaren inmitten der Gesellschaft, die noch dazu von uns alimentiert werden und sich an uns vergreifen. Männer die ihr Frauen- und Lebensverachtendes geistiges Gut in unser Land tragen.

Als Nazis werden auch in Schweden, Italien, Frankreich Menschen diffamiert, die eine Meinung gegen den Mainstream äußern. In Schweden herrscht inzwischen pures Entsetzen angesichts der vielen Vergewaltigungsfälle. Dieses Land steht eu-weit diesbezüglich an der Spitze. Wie lange sollen Frauen in unserem Land noch warten, ihre Stimme zu erheben, legitimes Recht wahrzunehmen?

Diese Demonstration ist eine Appell an jene, die hier unser Recht umsetzen sollen. Multikulti darf nicht in Geschlechter-Apartheid münden. Frauen ausgeschlossen aus Sportbars oder Cafés. Wir leben in einer aufgeklärten säkularen Gesellschaft und das darf sich nicht ändern.

Es geht um Vergewaltigung und Erniedrigung jeder Art, man möchte uns weismachen, wir würden andere Kulturen nicht achten, doch wir lieben Kunst und Musik aus jeder Kultur. Aber wir lieben nicht, was mit Frauen in den anderen Kulturen geschieht, und wir wollen keine Männer hier, die solchen Vorstellungen anhängen:

„Am Hof der arabisch-islamischen Kalifen, insbesondere in der Ära der Safawiden-Dynastie, unter der das Schiitentum die offizielle Konfession Irans wurde, waren Spielerinnen von Musikinstrumenten und Sängerinnen ein Mittel zur Unterhaltung bei Lust- und Genussfeiern der Männer.

Farideh war eine dieser Sängerinnen und Musikerinnen. Sie hatte den Wunsch des muslimischen Kalifen abgeschlagen, zum oben beschriebenen Zweck am Hof zu erscheinen. Der Kalif hat daraufhin einen seiner Diener beauftragt, so lange auf ihren Kopf zu schlagen, bis sie stirbt, um sie zu bestrafen und damit dies eine Lektion für alle anderen sei.

Ein anderes Beispiel ist die Musikerin Bazle, der aufgrund ihrer Tätigkeit als Künstlerin gleiches widerfuhr; ein frommer fanatischer Moslem schlug mit ihrem Instrument „Saz“ so stark auf ihren Kopf, dass sie starb.

Sebhatolhazriyeh und Hend Bent Yamin waren zwei Sängerinnen und Spielerinnen von Instrumenten, denen man die Hände abgeschnitten und die Zähne gezogen hat, damit sie weder ein Instrument spielen noch ein Lied singen konnten“  (Quelle: IF)

Es soll Schluss sein mit dem Riss, der sich durch die Gesellschaft zieht. Gewaltfreie Demonstrationen sollen bewirken, dass wir wieder zusammenrücken. Und es sieht so aus, dass allen verschiedenen Anschauungen, Meinungen zum Trotz Demokratie hier wieder zu finden ist. Indem sich Frauen – ganz unterschiedliche Individuen – auf das besinnen, was wichtig ist. Schutz. Denn Freiheit bedeutet Schutz.

Jeder, der seine Wohnung abschließt, weiß, dass das die kleinere Einheit einer größeren ist, einer Dorfgemeinschaft, einer Stadt mit Stadtmauern, einem Land mit Grenzen. Europa mit Grenzen. Mitbestimmung kann nur in einer Ordnung stattfinden. In einem heillosen Durcheinander wären wir alle verloren.

Das Asylrecht ist ein hohes Rechtsgut in Deutschland und das aus historischer Erfahrung heraus zu Recht. Dies gilt es zu prüfen. „Wir müssen uns ehrlich machen!“ es wird oft gefordert, hier zu differenzieren, zwischen Wirtschaftsflüchtling und Asylberechtigten. Damit Kapazitäten für Asylberechtigte und politisch Verfolgte aus anderen Ländern offen bleiben.

Was wir brauchen ist die Bereitschaft und den Willen zurück zu unserer Demokratie zu finden. Zurück zum Rechtsstaat. Es geht nicht um Machterhalt von einigen wenigen, sondern um uns, um unser Land.

Um den Bikini, um den Badeanzug, um den kurzen Rock, unser Haar im Wind. Es geht um die Sonne, das Licht, das wir sehen wollen, wir wollen Tag und Nacht ohne Angst nach Hause und aus dem Haus gehen, auch allein. Verängstigte Frauengenerationen hatten wir genug. Permanente Werturteile über Frauenkörper ebenso. Es ist eine Demonstration für eine Selbstverständlichkeit.

Wir sind die Bürger, der Souverän im Staat. Mit Protesten, mit politischen Eingaben und mit unserem Druck auf die Parlamentarier.

Nicht irgendwer muss etwas tun – WIR, ausnahmslos jeder Einzelne darf etwas tun, damit sich die Dinge ändern.

Denn Politiker sind nur Staatsdiener und ausführende Organe unseres Willens. Jedenfalls dann, wenn Bürger in einer Demokratie Rückgrat zeigen. Denn nur dadurch lebt eine Demokratie.

Diese Demonstration richtete sich an alle Parteien, hört uns, nehmt uns ernst, sorgt für Sicherheit! Wenn die Staatsmacht versagt, sich erpressen lässt, gibt es kein Recht. Wir haben auch das Recht, zu demonstrieren, ohne dass wir diffamiert und verhetzt werden durch Parolen, die nur dazu dienen uns mundtot zu machen!

Die Öffentlichen nennen Leyla Bilge eine Rechte. Ihr Hintergrund als Kurdin und auch als Helferin in Flüchtlingscamps wird verschwiegen. Damit muss Schluss sein. Das ist billige durchschaubare Propaganda, um Posten zu erhalten, Steuergelder zu verprassen.

Ändert endlich die jetzige Politik in eine Politik, in der Vernunft und unsere Sicherheit eine wichtige Rolle einnehmen. Und Berichterstattung aus der Propaganda heraus in eine informelle. Das Souverän, das Volk, wir sollen und müssen uns mit allen Parteien kritisch auseinandersetzen, damit Demokratie lebendig bleibt. Das ist unsere einzige Chance. Es gibt keine heilige Partei und es wird sie nie geben! Uns wurde ein friedliches Europa versprochen!

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Berwing Wahrheit

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Mehr zu dem Buch finden Sie hier: „Auftrag aus dem Jenseits“

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