Ein Gastbeitrag von Andrea Berwing

Erst wenn der Wind sich dreht, werden wir verstehen. Wenn Kinder zu Helden werden, haben wir versagt, singt Milva.

Eltern einer kleinen Tochter haben einen „Flüchtling“ aufgenommen. Mitten in ihre eigene kleine Familie. Zu spät bemerken sie, daß ihre Tochter, vierjährig, Auffälligkeiten zeigt, die die Vermutung nahelegen, dass sie sexuell mißbraucht wird, von dem „Schutzbedürftigen“. Diese schreckliche Vermutung wird bestätigt „Unmittelbar danach hätten Ärzte in der Klinik für Kinder und Jugendmedizin in Berlin Buch einen „dringenden Verdacht auf (…) sexuellen Missbrauch“ festgestellt. Ein Jugendhilfeverein stellte Strafanzeige gegen Mahdi-A.

Das Verfahren gegen Mahdi-A wird eingestellt – kein dringender Tatverdacht, sagt die Staatsanwältin, außerdem sei er nicht strafmündig. Ein Altersgutachten lehnt sie ab, mit der lapidaren Begründung, dies sei zu ungenau, obwohl auch das Landeskriminalamt Zweifel an der Altersangabe äußerte. Wurden wirklich alle Möglichkeiten des Rechtsstaates ausgeschöpft, um einer Vierjährigen wenigstens Gerechtigkeit widerfahren zu lassen? Ab 14 Jahre ist ein Täter strafmündig, sein wirkliches Alter herauszufinden notwendig. Auch um eine Entscheidung zu treffen, wie mit ihm verfahren wird, zum Beispiel ihn in eine Jugend- und Kindereinrichtung mit psychiatrischer Betreuung einzuweisen, ihm Hilfe angedeihen zu lassen und andere vor ihm zu schützen.

Mahdi-A., sofern der Name stimmt, soll jetzt nach Schweden „geflüchtet“ sein. Geflüchtet? Vor wem? Vor unseren Behörden, die das Verfahren eingestellt haben ohne alle Möglichkeiten einer Strafverfolgung zu prüfen? Er soll einen neuen Namen und ein neues Geburtsdatum angegeben haben, jetzt ist er zwar weiterhin 1,65 m groß, aber erst 12 und nicht, wie in Deutschland, 13.

Alles zu dem Fall kann man hier nachlesen: Verfahren eingestellt: Angeblich 13-jähriger Afghane missbrauchte 4-jährige Tochter seiner Pflegefamilie

Doch es gibt ein Opfer, ein Kind, mit Eltern, die diesen „Flüchtling“ wohlwollend aufgenommen haben.

Eine Preisgabe des eigenen Kindes? Die Eltern selbst Opfer einer unkritischen Proflüchtlingspropaganda, die seit 2015 in die Köpfe einer unkritisch-wohlwollenden Masse von Menschen hineingepresst wurde? Es war das Jahr 2015 , als eine Kanzlerin, die noch 2010 Multikulti als gescheitert ansah, nur ein paar Jahre später Millionen junger Männer aus völlig anderen Kulturkreisen in unser Land ließ. Ohne Papiere, sie konnten sich alles ausdenken, die jungen Männer, Alter, Namen, Herkunft. Wirkliche Flüchtlinge, Christen, Jesiden, die zu Recht aus muslimisch regierten Ländern um ihres Lebens willen flüchten müssen, wurden nicht auseinander gehalten von „Scheinflüchtlingen“.

Unkritisch deshalb, weil jedem Menschen mit einem gesunden Menschenverstand klar sein muß, dass, gewaltfrei sozialisierte Menschen anderen eher weniger Leid zufügen, als Kinder oder Jugendliche, die Schreckliches erlebt haben.

Mitgefühl und soziale Kompetenz werden gefördert. Menschen, aus Ländern kommend, die eine ganz andere Familienhierarchie und soziale Struktur aufweisen, in denen Gewalterfahrungen, vielleicht sogar ein selbst erlebter Mißbrauch vorherrschen, bringen diese Prägungen mit. Untherapiert. Auf gutem Glauben lässt sich keine Sicherheit aufbauen.

Die Eltern nehmen einen „Schutzbedürftigen“ auf, der weder auf sein Alter geprüft, noch auf seine Herkunft, noch auf seinen Namen. Einfach einen Fremden.

Sie wissen nicht, wie er aufgewachsen ist, welche Bilder in seinem Kopf leben. Seine Sozialisation ist unbekannt, wurde seine Mutter liebevoll vom Vater und seinen Brüdern behandelt, seine Schwestern, wie sind sie groß geworden, dürfen sie lernen, wurden sie beschützt. Gab es sexuelle Übergriffe in der Familie, im Land. Wer ist das? Der da nun in der Wohnung ist und mit ihnen am Tisch sitzt und isst. Das Leben, den Alltag teilt und sich an der kleinen Tochter vergreift.

Haben sich die Eltern diese Fragen nicht gestellt? Ist jeglicher legitime Selbstschutz schlicht nicht mehr vorhanden?

andrea berwingWer Kinder hat aufwachsen sehen, weiß, wie sehr sie uns lieben. Schon allein, wenn sie uns anschauen mit weit aufgerissenen Augen, zu sprechen beginnen. Sie sehen zuerst uns, ihre Eltern. Dann erst kommen die anderen, neuen Eindrücke, Licht und Leben, außerhalb der Wohnung, beim Spazierengehen, auf unserem Arm. Diese kleinen Menschen erfordern höchste Aufmerksamkeit und ja, es ist anstrengend, nervend, manchmal kaum zu ertragen, weil man als Mutter keine Zeit mehr hat, sich schön zu machen, in Ruhe zu duschen, geschweige denn in Ruhe eine Mahlzeit zu sich zu nehmen in den ersten anstrengenden Jahren.

(Foto: Die Autorin, Andrea Berwing ist selbst Mutter von mehreren Söhnen)

Aber kein Kind kann man vor persönlichem Versagen schützen, bei eigener Krankheit, Erschöpfung, vor Schicksalsschlägen, die einen treffen können und in diesen Momenten sind die Kinder gefordert, selbst Verantwortung zu übernehmen, auch im Haushalt, oder für ihr eigenes Tun und Handeln.

Doch zuallererst lernen sie von uns. Aus diesem Grund hat ein Volk einen Staat gegründet, um den Nestschutz und ein Aufwachsen zu ermöglichen, frei von Gewalteinwirkung, frei von sexuellen Übergriffen, ein Netzwerk von Gesetzen erschaffen, die Straftaten verhindern sollen.

Nun greifen diese Mechanismen nicht mehr. Der Bürger steht vor dieser und anderen einzelnen Geschichten sprachlos und entsetzt da. Ein „Flüchtling“ „flüchtet“ vor einer schutzbietenden Gesellschaft in ein anderes Land. Die dem Staat zur Durchsetzung von Rechtsmitteln zur Verfügung stehenden Gesetze werden nicht ausgeschöpft.

Die Familie ist die kleinste Zelle des Staates, der Staat besteht aus vielen Familien.Wenn Kinder zu Helden werden, haben wir versagt.

Da kann man lange drüber nachdenken. Wir haben versagt, wenn wir kein Gewissen mehr haben und Opfer, die äußerst schutzbedürftig sind, weil sie kleine Finger haben, kleine Hände, Beinchen, die gerade mal in die Welt hinauslaufen, um sie zu entdecken, vom Schoß der Mutter oder des Vaters die ersten kleinen tapsigen Schritte, wenn wir und unsere eingesetzten Staatsanwaltschaften Verfahren frühzeitig einstellen. Als gäbe es kein öffentliches Interesse.

Wenn Kinder zu Helden werden, haben wir versagt.

Gesetze sollen allein dem Schutz der Menschen und auch seinen Nachkommen dienen. Dem Schutz der Menschen, die die Gesellschaft tragen und bezahlen. Schutz der Menschen, die zu einem Staatsvolk gehören.

Schutz bedeutet einen Raum zu haben, in dem ein Mensch kein Schaden zugefügt und in dem er sich gefahrlos ausdrücken kann. Ein Mensch ist bedürftig nach einem sicheren Platz. Nach einer Heimat.

Wenn ein Staat seine kleinste Zelle, die Familie nicht schützt, gibt er seine eigene Legitimation auf.

Kinder werden zu Helden, wenn sie Übergriffe ertragen müssen, vor denen wir sie nicht schützen mit all unseren zur Verfügung stehenden Kräften, an denen sie zerbrechen können.

Wir brauchen endlich Behörden, die Alterstests durchsetzen, damit nur Kinder mit Kindern in Schulen oder Pflegefamilien zusammengebracht werden.

Damit unsere Kinder nicht zu Helden werden müssen.

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Berwing Wahrheit

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Die Autorin bei einer Lesung aus ihrem Buch im Gefängnis: