(David Berger) Gestern wurde in Aachen der SPD-Politiker Richard Okon zu Grabe getragen. Aber was hat das mit PP und seinen Leser zu tun? Dazu muss ich ein klein wenig ausholen:

Im Juni berichteten wir von einem ehrenamtlichen Helfer, der aus einer Jugendhilfestelle des Bistums Aachen fristlos entlassen wurde, weil er zugleich bei der AfD aktiv war. Nun hat die Geschichte eine mehr als traurige Wendung genommen.

Erinnern Sie sich noch an die von PP bekannt gemacht Geschichte aus Aachen? Dort wurde Jan-Peter Trogrlic, einem ehrenamtlichen Helfer von der katholischen Kirche gekündigt, weil er in der AfD aktiv ist.

Jetzt nahm die Geschichte ausgerechnet am heiligen Abend eine traurige Wende.

Das kam so: Der Leiter der Jugendeinrichtung, in der auch der genannte Trogrlic tätig war, ein Richard Okon, wurde vom Pastor und dessen KGV (Kirchengemeindeverband) unter Druck gesetzt und mit Kündigung bedroht. Über den Grund sagt Troglic:

„Er hatte mich, einem Mandatsträger der örtlichen AfD, außerhalb! der Dienstzeit um einen technischen Gefallen gebeten: Der Sicherheitsgurt des VW Bus der Einrichtung zum Transport von Kindern klemmte. Nebenbei waren wir auch noch befreundet und stritten natürlich konstruktiv. -Er der SPD-ler, ich der Afd-ler.“

Diese „unglaubliche Verfehlung“ wurde den Vertretern der Gemeinde zugetragen. Es folgte daraufhin – so weiter Troglic – drei Wochen vor Weihnachten eine schriftliche Abmahnung der Gemeinde an Herrn Okon, dem langjährigen und geschätzten Leiter, unterschrieben von Pastor Markus Frohn, endend mit den Worten:

„Der Bestand des Arbeitsverhältnisses ist ernsthaft gefährdet“

Er habe sich schließlich über das Beschäftigungsverbot eines AfD-Mitglieds der Gemeinde hinweggesetzt … Die Androhung dieser Kündigung (Abmahnung) erreichte ihn ein Jahr vor seiner Pensionierung. Troglic weiter:

„Von da an schien es mir, als ob Okon in die Innere Emigration gegangen war, er war sichtlich ausgebrannt und enttäuscht, machte keinen Hehl daraus, und ist am 24. Dez. in seiner Wohnung an einem Herzinfarkt verstorben.“

 

Jan-Peter Trogrlic schrieb daraufhin dem Herrn Pastor, nachdem er zur Trauerfeier eingeladen worden war, eine Mail:

„Sehr geehrter Herr Frohn,

Ich komme soeben aus dem Josefshaus. Man hatte mich ebenfalls angerufen.

Da standen alle Besucher und ehemalige Praktikanten, weinten und rangen nach Worten. Manche lagen sich in den Armen. Ungefähr 50 Menschen in allen Farben, und Glaubensrichtungen.

Was uns Richard gelehrt hatte, war, niemanden auszuschließen, hilfreich zu sein, edel und gut. Wir haben fast täglich in den Pausen miteinander politisiert, waren selten einer Meinung. Es ging oft heiß her. Manchmal gab es sogar auch Kompromisse. Ja, wir waren Freunde und halfen uns auch privat. Er lud mich zu seinen Familienfeiern ein.

Ich konnte eben in der Jugendhilfe keine Worte fassen, was ich bedauere. Vielleicht war es auch gut so. Bestimmt hätte ich mich in Rage geredet und die Schuldigen benannt, die ich glaube ausfindig gemacht zu haben -. Nichts für eine stille Trauerfeier.

Haben Sie ihn sich nach Ihrer Abmahnung einmal näher angesehen? Die Weihnachtsansprache war keinesfalls so humorvoll, wie es schien. Es war seine letze Anklage, adressiert an Sie. Ihr Verhalten hat ihm sichtlich zugesetzt. Damit müssen Sie jetzt fertig werden. Ich schreibe diese Zeilen als Privatmensch, aufgewühlt und auch mit Wut.“

*

Selbstverständlich habe ich bei Pfarrer Frohn angefragt und ihn um seine Sicht der Dinge gebeten. Er hat recht schnell geantwortet. Und auch sehr kurz. Ohne Anrede ließ er mich wissen: „Wir sehen die Dinge anders“. Auf meine Bitte hin, dies doch etwas zu präzisieren, hat er einige Dinge genannt, die vorgefallen sein und die Maßnahmen der Kirchengemeinde gerechtfertigt haben sollen. Seine Erlaubnis, die er mit der Frage verbunden hat, wo mein Artikel erscheint, hat er bis zur Stunde nicht gegeben, sodass ich das hier so belassen muss.

Und so nimmt die Kirchengemeinde bzw. der Pastor Abschied von Okon:

***

Sie wollen Philosophia Perennis unterstützen?

… oder auf Klassische Weise per Überweisung:

IBAN: DE04 3002 0900 0803 6812 81 
BIC: CMCIDEDD – Kontoname: David Berger – Betreff: Spende PP