Ein Gastbeitrag von Jörg Gebauer

Ein Martin rezitiert Hölderlin:
“Am Tage der totalen Opposition“
Da stolperte ich hin auf dornigen Trümmern,
Und drang durchs Schlehengebüsch auf harte,
selbsterwählte Oppositions-Bänke, 
Und lehnte mich hin an die schwärzliche,
gelbgrüne Raute,
Und sprach mit schwärmendem Auge an ihr hinauf:
Mein Wunsch ist, Helden zu singen,
Durchschleich ich schon so stille mein Tal,
Flammt schon mein Auge um so feuriger,
Versprech mir Härte selbst, doch verlange dies von Euch,
Einstweilen möcht ich, Brüder und Schwestern,
zuvor in Euren Armen ruhen, mich wohlig winden,
Dann schweb ich wieder mutiger auf,
Aber heute, Brüder und Schwestern,
feiern wir das Fest der Opposition:
Ihr hörtet so oft mich sprechen,
Wie lang es mir werde,
auf dieser harten Bank zu verweilen,
Ihr sahet den Lebensmüden
In den Stunden seiner Klage so oft.
Da stürmte ich hinaus in den Sturm,
Da sah ich die Helden
der eisernen Tage herunterschauen.
Da rief ich die Namen
der heldenhaften Partei-Vergangenheit,
In des hohlen Medien-Echos finstres Geklüft,
Überall vergiftete Ratschläge,
Und siehe! Der gegangenen Partei-Helden Namen,
Riefen um so ernster mir zurück
O Brüder zur Sonne, zur Freiheit,
Da weinte ich Schwärmer blutige Tränen,
Auf den Disteln der Opposition,
Daß ich vielleicht noch lange
Verweilen müsse auf dieser Bank,
Da sah ich all die Schande,
Der verweichlichten Teutonen-Söhne,
Und fluchte dem verderblichen Trumpel,
Und fluchte den verdorbnen Parvenue des malignen,
weiten, goldnen Westens, der kein wertvoll Gold bringt,
Und weinte blutige Tränen,
Daß ich vielleicht noch lange,
Verweilen müsse auf dieser harten Bank.
Da fand ich zu Beginn Eure Herzen zwar.
Bis ich sah, daß Eure Geschenke vergiftet sind,
Jetzt verweil ich schon lang in diesem Tal der Tränen,
Der Toren werden immer mehr, immer mehr!
Doch ich habe Eure Herzen, Euer Echo.
Nimmer jedoch hab ich Eure verfluchten Stimmen,
Ich hör sie wohl, doch erreichen können sie mich nicht,
Selbst wenn Ihr mich betrüget:
Ich betrüg mich um so mehr,
Und hab ich dann ausgeruht in Euren Armen,
So schweb ich mutiger in den Ideen-Himmel auf,
Die Zech
bezahl ich nicht.