Weder die Wahlen noch die bisherigen Koalitionsverhandlungen sind so ausgefallen wie sich das Frau Merkel und ihre Medien vorgestellt haben. Bis zur Stunde reagieren letztere daher mit heftiger Wählerbeschimpfung. Und stützen sich dabei auf abstruse Studien. Ein Gastbeitrag von Jörg Gebauer

Wähler dürfen nicht pauschal, undifferenziert sowie nicht wissenschaftlich unbegründet beschimpft werden. Ein sogenannter „Politik-Wissenschaftler“ bezeichnete jüngst zigtausende Wähler als „rechtsextrem“, ohne jemals mit ihnen gesprochen zu haben. Und schlimmer noch: Ohne empirisch abgesicherte Daten vorzulegen. Frei nach Motto :: Eine kräftige Behauptung erzielt mehr Erfolg als ein schwacher Beweis.

Auf diesem Niveau von „Wissenschaft“ sind wir mittlerweile angekommen. Der regional betroffene, gewählte Volksvertreter läßt eine solche Wähler-Beschimpfung nicht zu und steht damit in guter Tradition: War es nicht auch einmal „eine SPD“, die vor 100 Jahren (lange ist’s her) als Vormacht des kleinen Mannes – sich und ihn schützend – die Vorwürfe, Landesverräter zu sein, abwehren mußte?

Was damals als infamer Vorwurf, von links den Staat untergraben zu wollen, gerne eingesetzt wurde, ist heute die „Nazi-Keule“ gegen den Normal-Bürger, damit er mundtot gemacht werden kann.

Interessanter für ein breites Publikum ist aber sicher der Umstand, daß wir es hier nun mit einer beginnenden Debatte auf parlamentarischer Ebene zu tun bekommen über Fördermittel-Verschwendung sowie über die Instrumentalisierung von „Forschung und Lehre“ zu politischen Zwecken:

Der sogenannten SPD (Sie wissen schon: Das hatte mal was mit Brandt und Schmidt zu tun) sowie manchen links-grünen „Wissenschaftlern“ gelingt es immer noch, Widersprüche der faktischen Art zu verwischen. Sie leben gewissermaßen bereits jetzt im post-faktischen Zeitalter. Das, was sie sonst anderen (den lächerlich gemachten „besorgten Bürgern“) permanent vorwerfen. In ein und derselben Studie schafft man es somit, der SPD einen erheblichen rechtsextremen Wähleranteil nachzuweisen, diese Partei aber zugleich als engels-gleiche Vorkämpferin gegen den angeblichen Populismus zu positionieren. Und dies, ohne mit der Wimper zu zucken.

Immerhin 36% der SPD-Wähler finden demnach, Moslems sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden.

So schließlich das Ergebnis der Leipziger Universitäts-Studie namens „Mitte 2016 – autoritäre und rechtsextreme Einstellungen in Deutschland“. Ein Aufschrei von links, von grün? Nein, erfolgt nirgends. Es wurde geforscht und gehobelt. Es wurde schein-analysiert und mit veralteten Methoden gearbeitet, nur um den Deutschen etwas Rechtes anzudichten. Wissenschaftlich hanebüchen. Alle Register wurden gezogen. Es wurde gebogen und gelogen, als sich wissenschaftliche Kritiker der Studie meldeten.

Es wurden öffentliche Gelder zweckentfremdet, weil nun auch noch mit Hilfe derselben Studie bei CDU und SPD nach weiteren Forschungs- sowie Fördergeldern angefragt wird.

Beim besten Willen: Es wurde nichts, aber auch rein gar nichts gefunden, um uns Deutsche in der Gesamtheit zu diskreditieren. Nur – Au Weia – wenn da nicht nur diese rechtsextremen SPD-Wähler wären. Die passen ja nun mal gar nicht zur Strategie der versuchten Denunziation.

Auch die „arme“ CDU bekommt dafür (als „Ausgleich“ ein bißchen) ihr Fett weg in der Studie. Es ließen sich einfach zahlenmäßig nicht mehr Rechtsextreme finden als in den Jahren zuvor. Zum Verzweifeln. Wörtlich:

„Es ist keine Zunahme rechtsextremer Einstellung festzustellen. Der Anteil an Menschen, bei denen sich rechtsextreme Ideologie in der Einstellung wiederfindet, ist seit 2014 nicht gewachsen. Seit 2006 (Langzeit-Betrachtung) ist er sogar gesunken.“

Eigentlich eine gute Nachricht, die aber im Gesamt-Tenor fast untergeht. Stattdessen: Ein Riesen-Problem in der Wählerschaft der beiden ehemaligen („großen“) Volksparteien:

„Ausländerfeindlich Eingestellte, wie auch manifest Rechtsextreme blieben über die Jahre seit 2002 weiterhin bis heute den großen demokratischen Parteien SPD und CDU verbunden.“

Ach so, dann ist es ja nicht so schlimm. Aber immerhin gut geeignet, dem deutschen „Michel“ sowie der Regierung ein schlechtes Gewissen zu bereiten, um somit weitere „Forschungs-Mittel“ zu bekommen. Es soll hier aber noch abschließend eine Kostprobe dessen gegeben werden, was die hochdotierten „Wissenschaftler“ der Leipziger Studie bereits als „rechtsextreme Einstellung“ bezeichnen, was somit Grundlage der gewagten (und mißlungenen) Vorgehensweise war.

Wenn man folgenden Aussagen mehrheitlich zustimmt, dann sei man „rechtsextrem“. Eine beliebte Methode, um Ergebnisse freihändig so zu steuern, daß ein jeder willkürlich als „rechtsaußen“ diskreditiert werden kann.

Nun denn: Aussagen, denen man nicht zustimmen darf, ohne sich verdächtig zu machen:

„Gegen Außenseiter und Nichtstuer sollte in der Gesellschaft mit aller Härte vorgegangen werden. Unruhestifter sollten deutlich zu spüren bekommen, daß sie in der Gesellschaft unerwünscht sind. Gesellschaftliche Regeln sollten ohne Mitleid durchgesetzt werden. Traditionen sollten gepflegt und aufrechterhalten werden.“

… und weiter (Zitat):

„Was sich bewährt hat, sollte nicht übereilt in Frage gestellt werden. Denn: Es ist immer das Beste, Dinge vorerst in der üblichen (der gewohnten) Art und Weise zu machen. Herkömmliche soziale Normen und mehrheitlich geteilte Regeln für das gemeinschaftliche Verhalten sowie anerkannte moralische Werte sollen nicht permanent hinterfragt, sondern stattdessen weiterhin übernommen werden.“

…quod erat demonstrandum: Die Deutschen sind gefährlich rechts.

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Weitere Texte von Jörg Gebauer finden Sie hier: FISCH UND FLEISCH

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