Der Autor dieses Beitrags, der gerne anonym bleiben möchte, dessen Namen und Anschrift PP aber bekannt sind, schreibt in seiner mail zu dem Text Folgendes:

„Ich war in Stuttgart-Stammheim bei der Urteils-Verhandlung gegen einen ISIS-Terroristen, welcher islamisch verheiratet ist mit drei Frauen, und seine dritte Ehefrau vergewaltigt hat. Seltsamerweise wird dies beim Googeln nicht in der islamkritischen Szene thematisiert und ist sonst beim Googeln nirgends zu finden.“

Gerne publizieren wir die Beobachtungen des Prozessbesuchers (David Berger)*:

(Gastbeitrag) Der syrische Schutzsuchende Fares al B. lebt in einer islamischen Mehrehe mit drei Ehefrauen und wurde aktuell wegen Vergewaltigung seiner Ehefrau Nummer drei zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Die Verhandlung fand im Hochsicherheitstrakt in Stuttgart Stammheim statt (Foto). Eigentlich wäre der Fall in Marbach verhandelt worden. Allerdings wirft die Bundesanwaltschaft dem Täter vor,

…er sei in Syrien bei der Jabat al-Nusra und später bei der ISIS tätig gewesen. Abgesehen davon, dass er Gefangene bei der IS misshandelt habe, soll er in der Provinz Deirezzor einen Mann wegen Gotteslästerung erschossen haben, welcher dann drei Tage auf dem Dorfplatz zur Schau gestellt wurde.

Diejenigen Leser irren gewaltig, welche meinen, dass ein zottelbärtiger Wahhabit mit Gebetshäkelmütze vor der Richterin sitzt, und eine Kopftuch oder Niqab (nur Sehschlitz sichtbar) tragende Ehefrau Nummer drei als Zeugin im Gerichtssaal sitzt.

Im Gegenteil. Der Täter Fares al B. trägt eine hochmodische Langhaarfrisur ähnlich wie Richard David Precht und sieht sehr elegant aus. Seine Ehefrau Nummer drei trägt kein Kopftuch, sondern zeigt ihre schwarzen schulterlangen Haare und wirkt auch sehr gepflegt. Das verbreitete Kleidungs-Klischee der muslimischen Mehrehe stimmt in dieser Form nicht.

Der 29-jährige syrische Schutzsuchende Fares al B. lebt seit 19 Monaten in Deutschland.

Seine Ehefrau Nummer zwei wohnt bei ihren Eltern. Mit seiner Ehefrau Nummer 1 wohnte er in Bietigheim Bissingen, dem Umland von Stuttgart, in einer zwei-Zimmer-Wohnung, zusammen mit den Schwestern und der Ehefrau Nummer drei, welche seine Lieblingsfrau sei.

Nanu, denke ich. Immer wieder höre ich auf den Dialogveranstaltungen der Kirchen von den muslimischen Würdenträgern, dass eine muslimische Mehrehe deshalb in Deutschland unmöglich ist, da der Muslim verpflichtet ist, alle seine Frauen gleich gut zu behandeln und keine zu bevorzugen.

Jedenfalls fuhren sie am fraglichen Tat-Abend in das 150 Kilometer entfernte Günzburg, wir können es uns ja leisten von der deutschen Kohle. Auf dem Rückweg machte man noch ausgiebig Sightseeingtour in Ulm, dann ging es zurück nach Bietigheim-Bissingen. Zuhause wollte Fares al B. Sex von seiner Frau, welches sie verweigerte.

Als er sie vergewaltigen wollte, rief sie laut nach ihrem Schwager Murad al XY um Hilfe, der im Nebenzimmer war. Sie betonte vor Gericht, dass sie deshalb nach dem Schwager rief, da sie von den anwesenden Frauen im anderen Zimmer keine Hilfe erwarten konnte.

Jedenfalls bestreitet der Schwager Murad al XY. dass er die Hilferufe gehört habe, und betont der Richterin gegenüber, dass es im islamischen Recht keine Vergewaltigung in der Ehe gebe, da die Frau ihrem Gatten immer sexuell zur Verfügung stehen müsse. Übrigens.

Der Oberstaatsanwalt Martin Renninger betonte später später verständnisvoll in seinem Plädoyer, dass vor Jahrzehnten in Deutschland eine Vergewaltigung in der Ehe auch nicht strafbar war.

Der Richterin wurde die Sache jedenfalls zu bunt, denn die Behauptung des Schwagers er habe die Hilferufe nicht gehört war absolut unglaubwürdig, zumal er sogar kurz in das Zimmer geschaut hatte. Jedenfalls lies sie ihn vereidigen – er entschied sich für die Version mit Allah-Bezug. Dann kündigte sie ihm ein späteres Verfahren wegen Meineids an. Die Vergewaltigte wurde von der Verwandtschaft und dem Täter erheblich bedroht, falls sie gegen den Angeklagten aussagt. Dies war ihr in der Verhandlung auch deutlich anzumerken, deshalb wurde der Täter während ihrer Aussage zeitweilig von der Verhandlung ausgeschlossen.

Dass der Verteidiger Jan Stockmann auf Freispruch plädierte war klar. Der Oberstaatsanwalt Martin Renninger forderte wegen Vergewaltigung und Körperverletzung drei Jahre und neun Monate Haft. Dieses geforderte Strafmaß wurde von dem Schöffengericht auch übernommen.

In der Begründung ging die Richterin noch auf die Gewalt von dem Angeklagten ein. Im Februar 2017 prügelte er ihr eine Nierenprellung, im März 2017 prügelte er ihr ein blaues Auge, im April 2017 geschah dann die Vergewaltigung. Fotos davon zeigten, dass sie am ganzen Körper durch seine langen Fingernägel zerkratzt war, dass sie zwei Brandwunden durch glühende Zigaretten am Hals hatte, und durch einen Glasschnitt durch den Täter an den Pulsadern ein versuchter Selbstmord vorgetäuscht werden sollte. Der Täter kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Eine persönliche Anmerkung noch: Die Richterin führte aus meiner Sicht einen sehr fairen und sachlichen Prozess und war sichtlich um Gerechtigkeit bemüht.

Schwierigkeiten habe ich jedoch damit, dass der Oberstaatsanwalt und die Richterin von kulturellem Hintergrund reden, sie aber islamischen Hintergrund meinen, denn Mehrehe ist islamisch und nicht kulturell.

Ich selbst kenne Syrer welche Alawiten bzw. Christen sind, und dort die Gleichberechtigung der Frau normal ist. Die vergewaltigte Zeugin stufte die Richterin als absolut glaubwürdig ein. Ich habe bei einem Teil ihrer Aussagen allerdings berechtigte Zweifel. Die 29-jährige Zeugin lernte den Vergewaltiger im Oktober 2016 kennen und heirate ihn in Deutschland islamisch am 12. Februar 2017, obwohl ihre Eltern gegen die Ehe waren.

Ob sie in einer deutschen Moschee islamisch getraut wurden, wäre für mich auch interessant.

Es spricht aus meiner Sicht nicht für sie, wenn sie ihr Kind bei Verwandten deshalb zurücklässt und zu dem späteren Vergewaltiger zieht. Sie selbst hat ein erhebliches Alkoholproblem. Für mich ein Kuriosum, ist sie doch so strenggläubig dass sie selbst eine muslimische Mehrehe vollzieht, andererseits aber täglich zwei Flaschen Alkohol trinkt (angeblich mit ihrem Mann zusammen) obwohl im Islam Alkohol verboten ist. Ihr Mann hatte in der Nacht der Vergewaltigung Haschisch geraucht, sie behauptete aber wiederholt in der Verhandlung, dass beide zusammen Alkohol getrunken haben. Das passt aber nicht zum Alkoholtest, wo der Vergewaltiger 0,0 Promille hatte, sie jedoch durch Wodka 0,96 Promille Alkohol zum Tatzeitpunkt hatte.

Auf Nachfrage der Richterin betonte die Vergewaltigte, dass sie wünsche, dass der Täter nicht bestraft wird, und sie liebt ihn immer noch.

Aus welchen Gründen auch immer. Noch etwas: Der Schwager Murad al XY besucht aktuell einen Deutschkurs auf unsere Kosten. Werte zur Gleichberechtigung der Frau wurden von der Asylindustrie ihm offenbar nicht beigebracht. Sonst wäre er nicht der tiefsten Überzeugung dass es im Islam keine Vergewaltigung in der Ehe gibt und dies auch in Deutschland weitergelebt werden kann.

Das zeigt wieder einmal die absolute Verkommenheit der Asylindustrie.

Was ich auch schlecht nachvollziehen kann, ist, dass das Opfer während der Vergewaltigung ihrer Mutter telefonieren konnte, nachdem sie vergeblich Murad im Nebenzimmer um Hilfe rief. Die Motivation der Vergewaltigten für diese islamische Ehe als eine Drittfrau, ist für mich schwer nachvollziebar. Noch etwas. In der Erläuterung zu dem Urteil nannte die Richterin dass die „besondere Haftempfindlichkeit“ des Täters in dem Urteil berücksichtigt sei, da er kein deutsch spreche. Ich halte es eher für möglich, dass sie damit der nächsten Instanz vorbeugen möchte, dass sie nicht alle Gesichtspunkte bei der Urteilsbemessung berücksichtigt habe.

Interessant wäre für mich, wenn ein Leser einen Link posten könnte, wo ein allgemeinverbindliches OLG- oder BGH-Urteil diese „besondere Haftempfindlichkeit“ wegen fehlender Kenntnisse in Deutsch formuliert.

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  • *Wir bitten zu berücksichtigen, dass dies ein Gastbeitrag auf einem privaten Blog ist. Das heißt es wurde keine redaktionelle oder journalistische Begleitung zu dem Artikel geleistet, Statements von anderen Prozessteilnehmern wurden nicht eingeholt. Es handelt sich lediglich um die Sichtweise, wie der Prozessbeobachter dieses Geschehen aufgenommen hat und interpretiert.