(David Berger) Wir bekommen immer wieder Anfragen nach Vorträgen, Buchlesungen etc., auf denen man unsere Gastautoren endlich einmal persönlich kennen lernen kann. Nun können wir auf einen solchen Termin für alle Berliner hinweisen: „Geschichte trifft Gegenwart in der Buchbox!“ nennt sich eine Veranstaltung am 28. September, in der Andrea Berwing ihr Erstlingswerk auf der Kulturbühne in der Kastanienallee 97 vorstellt. Das buch erscheint in den kommenden Tagen in der zweiten Auflage.

Der Veranstalter kündigt das Ereignis mit folgendem Text an:

„Andrea Berwing hat eine äußerst bewegte Vergangenheit, was sich in ihrem Debütroman „Die Wahrheit ist anders“ widerspiegelt.

Als sie zehn Jahre alt war, zogen ihre Eltern nach Ostberlin. Nachdem es ihr Vater schaffte die DDR zu verlassen, wuchs sie als erstgeborene Tochter eines DDR-Flüchtlings mit allen damit verbundenen Restriktionen, erst in Berlin Mitte an der Mauer und dann im Bezirk Friedrichshain, auf.

Schon als Kind, und erst recht als Heranwachsende, musste sie sich mit den politischen Gegebenheiten des realen Sozialismus auseinander setzen, gegen die sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten rebellierte. Schon in früher Jugend fing sie an zu texten und in einer Band zu singen, wurde mehrmals vom Ministerium für Staatssicherheit abgeholt, stellte dann einen Ausreiseantrag und schaffte es mit 20 Jahren, ohne freigekauft zu werden, die DDR hinter sich zu lassen. Dort angekommen siedelte sie sofort von Gießen nach Berlin um, wo sie heute noch lebt. Sie ist Mutter von fünf Kindern und wirkt neben ihrer Autorentätigkeit und ihrer Tätigkeit als Heilpraktikerin noch in der Lebensberatung.

Ihr erster Roman „Die Wahrheit ist anders“ handelt von dem Punker Michael. Sein Protest war laut, seine Kleidung betont männlich hart. Er ist stark, er übersteht Knastaufenthalte und macht sofort danach umso entschlossener weiter. Er scheint unzerbrechlich. Und dann zerbricht er doch, ausgerechnet in der Freiheit.

Die Mauer ist gefallen. Die Feinde, die ihn immer aufgestachelt hatten, sind in irgendwelche Ritzen verschwunden. Der Freiraum ist auf einmal so unfassbar groß, die Mitstreiter sind angepasste Familienväter. Er ist allein.“

Mit dabei ist an diesem Abend auch Uwe Prell mit der Vorstellung seines Erstlingswerks  „Der jüngere Bruder“

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Donnerstag, 28. September 2017 – 20:00, Adresse: BUCHBOX! Kulturbühne, Kastanienallee 97, Preis:  5 Euro, mit Kiezkarte 3 Euro.

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