Ein Gastbeitrag von Michael van Laack

Mit Bertolt Brecht, dem vor fast 120 Jahren in Augsburg Geborenen, hat mich bislang nichts verbunden. Oder richtiger: Bisher habe ich mich mit ihm nicht intensiv genug auseinandergesetzt, um Verbindendes oder Trennendes benennen zu können.

Es wird knapp sechs Wochen zurückliegen, als ich durch Zufall auf ein Brecht-Zitat stieß. Nein, nicht auf dieses von Deutsch- und Geschichtslehrern bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit düsterer, beinahe mephistohaft flüsternder Stimme den Schülern als Mahnwort einprägte: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“.

Nein, nicht auf dieses Wort, dass ebenso wahr wie falsch ist. Wahr, weil es sich nicht verleugnen lässt, dass die Schergen eines auf etwas mehr als zwölf Jahre verkürzten tausendjährigen Reiches eine blutige Spur durch Europa zogen, die am Ende beinahe das eigene Land in Blut ersaufen und in Schutt ersticken ließ.

– Und falsch, weil der Tod schon Meister war, bevor es unser Land, bevor es das Römische Reich Deutscher Nation, bevor es überhaupt etwas gab, auf dass sich unsere heutige Nation historisch zurückführen ließe.

Doch lassen wir dieses Wort in der „Hall of fame“ der Double Platinum-Zitate ruhen und wenden uns jenem Satz zu, der mich vor einigen Wochen neugierig machte auf den Schöpfer der Mutter Courage und ihrer Kinder, den Erbauer der zu Fall kommenden Stadt Mahagony, den Biographen der heiligen Johanna der Schlachthöfe.

„Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muss sie zum Angriff übergehen.“

Dieses Wort fand ich im Kulturteil einer Tageszeitung in einem Beitrag über Galileo Galilei. Brecht lässt dieses Wort seinen Protagonisten im „Leben des Galilei“ sprechen.

Wer kennt ihn nicht, diesen Philosophen, Mathematiker, Ingenieur, Physiker und Astronom, kurz: diesen Universalgelehrten des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts, dem die römisch-katholische Kirche es – gelinde gesagt – sehr übel nahm, dass er nachwies, die Erde sei nicht der Mittelpunkt des Universums und kreise noch dazu abhängig in einem System und um die Sonne.

„Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muss sie zum Angriff übergehen.“ Da saß ich nun verdutzt, gar irritiert in meinem Lesesessel. Bisher hatte ich mich, sowohl in religiösen als auch in politischen Fragen stets darauf beschränkt, zu verteidigen; mein Gegenüber zu überzeugen von dem, was ich für richtig und notwendig hielt.

Und ja, ich hatte schon realisiert, dass in den letzten Jahren kaum mehr ein Durchdringen möglich war, hatte auch registriert, dass Staat und Kirche mir immer mehr von dem nahmen, was ich als Wahrheit erkannt hatte. Nicht von einer Wahrheit, die man mich einfach nur gelehrt hatte und die ich unreflektiert übernommen hätte, sondern von einer Wahrheit, die ich an mir selbst erfahren hatte oder durch Hunderte Beispiel belegen konnte. Diese Wahrheit war mir Stück für Stück genommen worden. Getan dagegen hatte ich nichts… Und so „wurde mein „Ja, aber“ immer leiser und kraftloser, Tag um Tag, Monat um Monat, Jahr um Jahr.

Zum Angriff übergehen, auch wenn man schwächer als der Gegner scheint? Ist das realistisch? Macht das Sinn? Was wollen wir, was will ich erreichen? Für unsere Familien, für die Menschen, die uns umgeben, für unser Land?

„Natürlich nur das Beste!“, höre ich mich sagen! „Dann Ändere die Welt; sie braucht es.“ singt mir Bertolt Brecht aus einem Lied seines Lehrstücks „Die Maßnahme“ vor.
Die Welt ändern, Bertolt? Als wenn das so einfach wäre. Eben mal kurz als Schwacher angreifen und die Wahrheit verteidigen oder wie meinst Du das?

Das Wort ist mächtig, höre ich Brecht antworten, mächtiger als jedes Schwert. Deshalb liegt es der herrschenden Klasse auch immer besonders am Herzen, diejenigen zum Schweigen zu bringen, die das Wort als Schwert zu führen fähig sind.

Bedenke:

„Der Schreibende soll sich nicht den Mächtigen beugen, er soll die Schwachen nicht betrügen. Natürlich ist es sehr schwer, sich den Mächtigen nicht zu beugen und sehr vorteilhaft, die Schwachen zu betrügen.“

Du willst etwas tun für Dein Land, Deine Familie für Dich? Dann fürchte Dich nicht, als jemand, der zu schwach ist, seine Werte zu verteidigen, mit ihnen als Schwert in Deiner Hand anzugreifen.

Denn verharrst Du dort, wo Du stehst und verteidigst nur mühsam weiter, wirst Du sicher untergehen und Deine Wahrheit, Deine Werte, gehen mit Dir unter!
Greifst Du an, mag es auch möglich sein, dass Du untergehst; aber nur so hast Du auch die Chance, zu siegen! Doch merke, mein schüchterner Freund:

„Wer heute die Lüge und Unwissenheit bekämpfen und die Wahrheit schreiben will, hat zumindest fünf Schwierigkeiten zu überwinden. Er muss den Mut haben, die Wahrheit zu schreiben, obwohl sie allenthalben unterdrückt wird; die Klugheit, sie zu erkennen, obwohl sie allenthalben verhüllt wird; die Kunst, sie handhabbar zu machen als eine Waffe; das Urteil, jene auszuwählen, in deren Händen sie wirksam wird; die List, sie unter diesen zu verbreiten.“ (Bertolt Brecht: Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit)

Doch hüte Dich mein Freund, es ist nicht leicht, die Wahrheit zu finden. Und hüte Dich davor, nur mit Plattitüden um Dich zu werfen, wenn du das politische System kritisiert, dass Dich umgibt, die Parteien, die Kirche was auch immer, denn:

„Der leichtfertige Mensch, der die Wahrheit nicht weiß, drückt sich allgemein, hoch und ungenau aus. Er faselt von „den“ Deutschen, er jammert über „das“ Böse, und der Hörer weiß im besten Fall nicht was tun. Soll er beschließen, kein Deutscher zu sein? Wird die Hölle verschwinden, wenn er gut ist? Auch das Gerede von der Barbarei, die von der Barbarei kommt, ist von dieser Art. Danach kommt die Barbarei von der Barbarei und hört auf durch die Gesittung, die von der Bildung kommt. Das ist alles ganz allgemein ausgedrückt, nicht der Folgerungen für das Handeln wegen und im Grunde niemandem gesagt.“ (ebd.)

Und wage auch Listen, um die Wahrheit zu verteidigen, flüstert Brecht mir ins Ohr.

„Nein, die Lüge darf niemals eine Waffe sein, um der Wahrheit zum Recht zu verhelfen.“ protestiere ich aus meinem Lesesessel.

So meine ich das auch nicht. Ich will Dir ein Beispiel geben:

„Jonathan Swift schlug in einer Broschüre vor, man sollte, damit das Land zu Wohlstand gelange, die Kinder der Armen einpökeln und als Fleisch verkaufen. Er stellte genaue Berechnungen auf, die bewiesen, dass man viel einsparen kann, wenn man vor nichts zurückschreckt.
Swift stellte sich dumm. Er verteidigte eine bestimmte, ihm verhasste Denkungsart mit vielem Feuer und vieler Gründlichkeit in einer Frage, wo ihre ganze Gemeinheit jedermann erkennbar zu Tage trat. Jedermann konnte klüger sein als Swift oder wenigstens humaner, besonders der, welcher bisher gewisse Anschauungen nicht auf die Folgerungen untersucht hatte, die sich aus ihnen ergaben.“ (ebd.)

Du meinst aber nicht den Kampf gegen die ‚Schwarze Null‘, die ‚Ehe für alle‘, die Asylpolitik, die entchristlichte CDU oder die sich selbst entmächtigenden Kirchen, Bertholt?

Schweigen! Bertolt Brecht ruht wieder in den Zeilen seiner Werke, die überall verteilt neben mir auf dem Fußboden liegen.

Mir aber ist nun klar: Wollen wir als Deutsche unser Land bewahren, wollen wir unsere Demokratie, unsere christliche Kultur erhalten sehen, so müssen wir angreifen. Mit dem Schwert des Wortes. Jeder dort, wo er es vermag und so gut er es vermag,

denn:

Es setzen sich nur so viel Wahrheiten durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein“. (Leben des Galilei 8)

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24 Kommentare

  1. „Deutschland bewahren“, aber wozu?
    Die Deutschen haben vor 1600 Jahren das Römische Reich zerstört, warum sollen die römischen Päpste dann Deutschland erhalten?
    .
    „Unsere Demokratie erhalten“
    Warum nicht gleich „unseren Kommunismus“? Demokratie ist freimaurerisches Teufelszeug, wissen Sie das nicht?
    .
    „Unsere Christliche Kultur erhalten“ …
    So eine Wischi-Waschi-Vokabel. „Christliche Kultur“ haben können ja auch die Freimaurer. WEnn Sie was erhalten müssen dann wohl die einzig wahre Lehre der einzig wahren Kirche bitte schön!
    .
    „Mit dem Schwert des Wortes“ …
    Mit Wörtern allein hätte der Petrus dem Malchus kein Ohr abgehauen…

    • Sockenpüppchen, Eisele, die Wortschöpfung von MvL gefällt mir irgendwo, nicht dass ich auf meine alten Tage auch noch sarkastisch werde. Aber die urige Abreibung haben Sie schon verdient, weil Sie sich offenbar in der Rolle des Stachels im Fleisch wohlfühlen. Peinlich nur, dass Sie in der Argumentation immer wieder auf Ihren Meister stoßen.

  2. Brecht war und bleibt für mich ein Linker und ich hab ihn immer abgelehnt,weil wir ihn im Osten lernen mussten.Warum ihn jetzt aus der Mottenkiste holen und über Zitate streiten?Es gibt wichtigere Themen!

  3. Tja, der Herr Brecht. Ich mag viele seiner Gedichte, aber ich würde ihm politisch widersprochen haben. Brecht war ein kluger und vorausschauender Mensch und deshalb nie Bürger der DDR, soweit ich weiß.
    Er stand dem autoritären Kommunismus dennoch nahe und verfasste auch peinlichste Lobgedichte auf Stalin.
    Er glaubte wohl an die Marx’sche Theorie, dass Geschichte sich zwangsläufig zur klassenlosen Gesellschaft hin entwickeln muss. Der Einzelne bleibt in einem solchen Denken natürlich nur ein Rädchen im Getriebe dieser quasi naturgegebenen Entwicklung und ist damit kaum wichtig. Unmenschlichkeiten im totalitären Kommunismus waren so verstanden lediglich vorübergehende Petitessen, die im endgültigen Kommunismus, der Diktatur des Proletariats und letztendlich der klassenlisen Gesellschaft nicht mehr vorkommen würden.
    Es herrschte also, auch bei Brecht, der Irrglaube vor, man müsse vorübergehend grausam sein und das Menschenrecht eines Einzelnen verletzen dürfen, um ein Paradies auf Erden zu schaffen.
    Brecht war also in diesem Punkte äußerst antidemokratisch und antiaufklärerisch, im vollen Bewusstsein allerdings, wie sehr er damit Unrecht beging (siehe „An die Nachgeborenen“).
    Für Menschen, die keinen autoritären Staat mit Einheitsmeinung, sondern einen freiheitlich-demokratischen wünschen, kann der stramm stalinistisch-totalitäre Brecht niemals vernünftige Denkanstöße liefern.

  4. Und auch noch ein Wort an Sie, Herr Richter,

    nerven Sie nicht mit solchen Belanglosigkeiten. Prüfen Sie mal eine Woche lang die FAZ, die Süddeutsche oder eine sonstige Zeitung aus den großen Häusern…

    • Sie sind sehr empfindlich, Herr van Laak. Aber wenn Sie die deutsche Sprache für belanglos halten, sei Ihnen das gegönnt. Bei Ihnen (und der FAZ?) wird ja auch „Sinn gemacht“, obwohl das Hilfsverb machen in dem Zusammenhang in der deutschen Sprache nicht verwendet wird. Etwas kann Sinn ergeben, kann sinnvoll sein oder hat Sinn. Ich erwähne das auch nur, weil Sie Deutschlehrer als Zeugen ins Feld führen.

      • „dass alle Leser sich auf einem Bildungsniveau bewegen, das(s) dem Ihren auch nur annähernd entspricht, “

        Schon wieder, Herr van Laak. Also kein Flüchtigkeits-, sondern ein Verständnisfehler. Bitte konsultieren Sie noch einmal den Deutschlehrer.

  5. In aller Demut, aber „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ ist aus der Todesfuge von Paul Celan-und es beschreibt – exakt- das spezifisch deutsche an dieser unbegreiflichen Tatsache-die systamisch durchgeführte Vernichten eines Volkes

  6. Wer die Wahrheit nicht kennt, der ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher. Brecht

  7. Mehr und mehr erobert sich der „Mainstream“ die „Lufthoheit“ über das was wir hören, lesen und insgesamt mitbekommen dürfen mithilfe von neuen Verbots-Gesetzes, Androhung aber auch Wahrmachen von Strafen bei „miliebigen“ Ansichten und ihrer öffentlichen Äußerung für alle.

    Wer hat es denn nicht mitbekommen als vor einigen Wochen die Gewerkschaft, geleitet und in der Hand der SPD, seine Mitglieder dazu aufforderte nit linientreue Äußerungen bei der Arbeit oder im Freundeskreis bei ihnen anzuzeigen, damit diese Mißliebigen ihre Arbeitsstelle verlieren.
    Da ging ein Aufschrei durch´s Land, die Gewerkschaft zog das seitenlange mit den Bespitzelungsanweisungen zurück, nur die Denke blieb.

    Wer kennt sie nicht, – die Pöbeleien und Beleidigungen seitens der Politik an alle die warnen.
    Wer hat denn nicht mitbekommen das selbst Mitglieder einer als verfassungskonform eingestuften Partei persönlich von den Schlägertruppen der SPD, Grünen und Linken angegriffen worden sind, ihre Adressen und die Namen und Schulen selbst ihrer Kinder veröffentlicht wurden.
    Bedrohungen an jeder Ecke für diese Menschen, Herabsetzung, Beschimpfungen … das in einem Land mit einer angeblichen Demokratie und einem an sich guten Grundgesetz.

    Als ich vor ca. 3 Jahren noch mit meinem Mann bereits über die mir sattsam bekannten Anfänge sprach, konnte und wollte er das nicht glauben.
    Ich sagte sowohl ihm als auch zu Freunden, daß sich diese Politiker und ihre Wirtschaftsherren es sich nicht bieten lassen werden das die freie ehrliche Meinung geäußert werden darf, das Kritik selbst im Ansatz unterbunden bzw. eingeschränkt werden wird. Immer im Hinblick vor allem auf das freie Internet

    Alle hielten mich für überängstlich. Ich sagte, – so hat es mir mein Großvater erzählt, so begann es damals 1930.
    So habe ich es in der „DDR“ erlebt und endete für mich in Staasi-Haft. Es beginnt wieder, ich erkenne es.
    Die Warnungen meinerseits verhallten ungehört, denn alle glaubten es könne sich nicht wiederholen.
    Es kann sich immer ! wiederholen wenn man nicht wachsam ist als Bürger, denn die Basis solcher Entwicklungen ist stets dieselbe, – die Art der Politiker, die Sorte der Wirtschaftslenker, eine kleine radikale aber extrem lautstarke und brutale Masse von Außenseitern, das Ganze zusammengekocht mit liebedienerischen „Experten“ und gekauften sowie im Besitz einiger Weniger befindlichen Zeitungen.
    Es ist diese hochbrisante Mischung. Dazu kommen gesellschaftliche Verwerfungen wie hohe und sich weiter ausbreitende Arbeitslosigkeit selbst bei Fachkräften und Akademikern und ein maßloses und schon krank zu nennendes Profitstreben Weniger ohne jedes Limit und ohne jede Scham.

    Die einzige lästige Unbekannte ist das Neue, dieses einfach nicht in den Staatsgriff zu bekommende Internet. Für Jeden zugänglich, sekundenschnell.
    Das muß(te) man natürlich versuchen an die Kette der Macht zu legen.

    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Willfährigen an den richtigen Positionen kann alles passieren, wird alles passieren.

    Wie geschrieben, – man glaubte mir nicht, selbst mein Mann schüttelte noch den Kopf. Inzwischen sind alle nur noch entsetzt und überwiegend starr vor Entsetzen.

    Sich auflehnen dagegen lohnt sich immer. Nur muß allerdingst bereits eindeutig sein was danach kommen soll.
    Schauen wir uns doch einmal den Untergang der „DDR“ an. Friedlicher Protest ließ das System einknicken. Glauben Sie mir, – auch die Gegenseite hat daraus gut gelernt. Alle hiesigen Akteure wissen sehr genau was ihnen passieren kann wenn sie nicht bereits im Vorfeld des Unmutes mit harten Maßnahmen gegensteuern.
    Bedenken Sie weshalb es GLADIO gibt und wie man immer noch versucht diese Truppe zu verheimlichen. Man hat gelernt das man sich weder auf Polizei noch auf die eigene Armee „verlassen“ kann wenn es gilt den berechtigten Widerstand innerhalb der eigenen Bevölkerung zu brechen. Da müssen fremde Truppen ran, die man seit vielen Jahren extra dafür vorhält.

    Großes und beliebter Fehler, – den Gegner für dämlich, unvorbereitet oder zu schwach zu halten.
    Oder wie mein Opa gerne sagte, – „Rechne mit dem Schlimmsten und freu´ dich wenn es besser kommt.“

    Das Internet ist dabei sowohl Hilfe als auch Falle.
    Hilfe bei der Verbreitung und Aufdeckung von Wahrheiten, unterschlagenen Fakten, ect.
    Falle i.S.v. man kennt schnell die Namen, kann den Gegner relativ flink persönlich ausmachen und entsprechend unter Druck setzen. Jeder Mensch hat seinen Schwachpunkt.

    Mir rein persönlich ist es nicht gegeben die Klappe zu halten. Ich habe dafür bereits 3 Jahre in der „DDR“ eingesessen und ich werde mich nicht ändern. Damals war die Situation noch restriktiver, es gab die absolute Herrschaft samt aller Machtmittel von damals.
    Heute ist es , – Internet sei gedankt – leichter und die Machtmittel noch ! eingeschränkt.

    Wir sollten nicht so lange warten bis wir keinerlei Bewegungsfreiheit mehr im Denken und der Meinungsäußerung haben. Ich denke die Frist läuft.

    • liebe cloe´

      100 % zustimmung! ich warne auch schon seit jahren vor diesem szenario. auch ich wurde und werde ausgelacht. auch ich kenne diese entwicklung von den erzählungen meiner großeltern und auch aus dem damals noch politikneutralen und ehrlichen geschichtsunterricht.

      unsere lehrer in geschichte und deutsch haben uns damals vor allem beigebracht, das ein szenario wie 1930 jederzeit wieder eintreffen kann. vor allem hat man uns das anhand der ddr klar gemacht. spätestens da wurde mir klar das diktaturen nicht nur von rechts, sondern von allen politischen und sogar unpolitischen richtungen (wirtschaftsinteressen!) installiert werden können.

      vor allem hat man uns aber klar gemacht, das solche diktaturen deshalb jederzeit wiederholbar sind, weil sie auf menschlichen schwächen -wie sie jeder hat- beruhen.

      ich glaube man ist erst dann geistig immun gegen diese diktaturen, wenn man erkannt hat das man selbst unter bestimmten voraussetzungen ebenfalls wieder zum mitläufer oder schlimmerem wird.

      spätestens wenn man in seiner existenz oder über die verwandtschaft bedroht / unter druck gesetzt wird, knickt man vor dem system ein. jeder knickt dann ein, fast ausnahmslos

  8. Von Brecht stammt verkürzt und sinngemäß das Zitat: Wer die Wahrheit nicht kennt, ist ein Dummkopf, wer sich ihr verweigert, handelt unverantwortlich und wer sie kennt und leugnet, ist ein Verbrecher.

  9. Lesenswerter Artikel! Allerdings stammt „der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ nicht von Bertolt Brecht, sondern von Paul Celan.

    • Ein FB-Freund hat mich auf eine sehr unpräzise Formulierung zu Beginn meines Beitrags aufmerksam gemacht, die dringend einer ausführlicheren Erklärung bedarf: Bevor noch jemand glauben mag, ich hätte Brecht mit „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ in aufwertender oder gar bohafter Absicht ein Zitat aus der Todesfuge von Paul Celan untergeschoben: Paul Celan verfasste sein Gedicht 1948, Brecht hat es in vielen seiner Briefe und kurzen Beiträge immer wieder aufgenommen, ihm ist seine weitere Verbreitung zu verdanken. Zwischen 1988 und 1997 waren gar Schulbücher für den Deutschunterricht in Gebrauch, die es Brecht zuschrieben und behaupteten, Celan habe es ihm aus dem Mund gerissen und zu Papier gebracht. Zudem war Brecht war der erste, der es in ein Radiomikrophon gesprochen hat, lange bevor es in einem Kurzfilm zitiert wurde. Und erst neulich erzählte mir meine Tochter, dass Ihr Deutschlehrer dieses Wort mit Brecht verknüpft sehen wollte. Im Ursprung stammt es selbstverständlich von Celan. Dies anzugeben hielt ich allerdings nicht für notwendig, entschuldige mich aber artig für diese Fehleinschätzung!

      • Sehr geehrter Herr van Laak,

        gerne glaube ich Ihnen, dass die Katze auf die Tastatur sprang und zu früh auf den „Senden“-Knopf drückte, bevor sie den fraglichen Satz in eine grammatisch und inhaltlich korrekte Form bringen konnten.
        .
        Aber so wie der Satz da steht, schreibt er das Zitat eindeutig Brecht zu. Wer das abstreitet, dem glaub ich auch sonst nichts mehr!
        .
        „Es wird knapp sechs Wochen zurückliegen, als ich durch Zufall auf ein Brecht-Zitat stieß. Nein, nicht auf dieses von Deutsch- und Geschichtslehrern bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit düsterer, beinahe mephistohaft flüsternder Stimme den Schülern als Mahnwort einprägte: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“.
        .
        Kein Hinweis auf Celan, kein Hinweis auf Radio, kein Hinweis auf fehlerhafte Schulbücher!
        Aber hinterher: „Ich wurde missverstanden“. So so!

      • „Nein, nicht auf dieses Wort, das(s) ebenso wahr wie falsch ist (…)“

        Den Unterschied zwischen Relativsatz und Konsekutivsatz wird Ihr Deutschlehrer aber wohl vermittelt haben (?).

      • Sehr geehrter Herr Eisele,

        wer es nicht einmal für notwendig hält, den Nachnamen dessen, den er harsch schelten zu müssen glaubt, korrekt wiederzugeben, verdient in Kombination mit der mir nicht entgangene Süffisanz, die aus Ihren Worten trieft wie der Geifer aus dem Maul eines Jagdhundes, eher keine Erwiderung. – Ihre mehr als nur mäßige Entstellung meiner Intention einfach so stehen zu lassen verbietet mir allerdings meine narzisstische Persönlichkeitsstruktur. – Sie haben vollkommen Recht: So wie der Satz da steht, schreibt er das Zitat eindeutig Brecht zu. – Und weil dies so ist und ich eben nicht hätte voraussetzen dürfen, dass alle Leser sich auf einem Bildungsniveau bewegen, dass dem Ihren auch nur annähernd entspricht, der Sie sowohl die falsche Zuschreibung als auch grammatikalische Unzulänglichkeiten augenscheinlich mit einem Blick zu erfassen vermochten, habe ich den Hintergrund dargestellt und mich artig entschuldigt, dass ich voraussetzte, was nicht hätte vorausgesetzt werden dürfen. – Mehr (von mir) zu erwarten wäre mehr als vermessen.
        Sie der Vermessenheit zu zeihen, Herr Eisele, wäre selbstverständlich die letzte negative Eigenschaft, die ich mir Ihnen zuzuschreiben erlauben würde! Dennoch hat vor allem Ihre Schlussbemerkung ein G’schmäckle. – Wenn ich das eine nicht glauben kann, glaube ich das andere auch nicht. – Zeigen Sie mir einen Autor, einen Politiker, einen Kirchenführer, der nicht schon einmal Unklares, Irriges, Widersprüchliches oder Unvollständiges gesagt hat. Wollen Sie von mir erwarten, was Sie von den Großen dieser Welt nicht erwarten können? Ja? Wem außer sich selbst vermögen Sie dann wohl noch glauben zu schenken, Herr Eisele?
        Last but not least eine Frage. Sind sie verwandt mit dem ehemaligen Chefredakteur der SAKA-Informationen? Oder sind sie gar nur ein Sockenpüppchen, dass einem Klarnamen in die Seite tritt?

      • Ihnen ist hoffentlich aufgefallen, dass ich Ihren Artikel lesenswert finde.
        🙂

      • zitatismus

        wenn hier schon getrollt wird, möchte ich dazu auch meine „gedanken“ ins forum ejakulieren…….

        von wem letztendlich dieses zitat ist, ist genau so schnuppe wie die ewige gretchenfrage um das silonezitat zum thema „die wiederkehr des faschismus“, oder das zitat von marie antoinette zum thema „kuchen statt brot“ wichtig ist nicht wer ein zitat in die welt setzt, sondern was dieses zitat aussagt!

        irgendwie erinnern mich solche albernen petitessen nicht nur an stumpfsinniges getrolle und ersatzneidhammelei unter meist verstorbenen , sondern auch an menschen wie jakob augstein. letztendlich ist das nur unwichtiges geblubbere von möchtegernen die aber genau so wenig ahnung vom wahren wesenskern der literatur und zitaten haben wie herr augstein vom sozialismus oder den befindlichkeiten von armen und un-bzw wenig gebildeten.

        in diesem sinne wünsche ich noch viel spass am zitatismus und biete meinen text zum durchsuchen nach komma-, grammatik-, und rechtschreibfehlern an.

        vielleicht /hoffentlich übersehen sie dabei meine logischen fehler, bzw die mangelnde relevanz zum thema——–

      • Selbstverständlich ist mir aufgefallen, dass Sie meinen Artikel lesenswert fanden, lieber benigner Tumor – Ich habe ja auch nicht Sie aus dem virtuellen Leben schreiben wollen, sondern dieses Sockenpüppchen namens Alfons Eisele. Vermutlich ein strammer Sedisvakantist, sonst hätte er kaum „Alfons Eisele“ als Nick gewählt 😉

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