(David Berger) Die brutale Tat hatte sich bereits vor einigen Wochen ereignet: Eine Joggerin wurde am 19. März im Berliner Mauerpark brutal mit einem Ziegelstein niedergeschlagen. Als sie bereits wehrlos am Boden lag, trat der Täter immer wieder auf sie ein.

Und floh schließlich mit der Jacke der Frau, in der sich deren Mobiltelefon befand. Schon vor geraumer Zeit schrieb Andrea Berwing zu dem Fall in einem Gastkommentar bei philosophia-perennis:

„Die Kommentatoren stellen die Frage, warum es keine Täterbeschreibung gibt, zu Recht. Der Täter hat die Joggerin heimtückisch mit einem Ziegelstein von hinten niedergeschlagen, danach noch auf die wehrlos am Boden Liegende eingeprügelt, ist also gemeingefährlich und zu allem bereit. Er ist immer noch frei.

Jedoch, die „4. Gewalt“ berichtet nur oberflächlich. Da drängt sich dem Leser der Gedanke auf, ob das auch gelten würde, sollte der Täter hellhäutig oder deutsch ausgesehen haben, wie im Fall des Jugendlichen, der einen neunjährigen Jungen niederstach und mit vollem Namen und Gesicht der Allgemeinheit vorgestellt wurde. Im aktuellen Fall des Angreifers gibt es keinen Namen und kein Foto, doch leider auch keine Täterbeschreibung.“

Nun konnte sich die die Polizei offensichtlich doch noch aufraffen, mehrere Fotos sowie ein kurzes Video des „südländisch aussehenden“ Mannes zu veröffentlicht, der vermutlich der Täter ist …

Der lange Zeitraum bis zur Veröffentlichung der Bilder und des Videos könnte natürlich dem Täter und einer eventuellen Flucht zugute gekommen sein.

Entsprechend erhofft sich die Polizei nun nicht nur Informationen zu der Identität, sondern auch dem Aufenthaltsort des Mannes.

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Update, 06.04.17, 7.15: Na also, geht doch: Nur einen Tag nach Veröffentlichung des Videos (inzwischen auf der Seite der Polizei deaktiviert) und der Suchbilder konnte die Polizei den „südländisch aussehenden“ Mann festnehmen.

Und kaum ist er gefunden, schreibt die Berliner Zeitung:

„Weitere Details zur Person nannte die Polizei nicht.“