(Gregor Grezel) Anti-polnische Stereotype und Ressentiments sind leider ein Teil des kulturellen Codes in Deutschland. Das konnte man wieder sehr gut erkennen, als die deutsche Presse und Medien in den Modus des sehr üblen Polenbashings verfallen sind, nachdem die Polen die Frechheit besaßen eine Regierung zu wählen, die den deutschen Politikern und ihren linken Gesinnungsjournalisten nicht in den Kram passte.

Hier haben sich vor allem die Springer Medien und FAZ als die Sperrspitze des Wutjournalismus hervorgetan. Das hat man natürlich in Polen bemerkt und das Porzellan das jetzt westlich der Oder zerschlagen wird, wird man nicht so schnell kitten können.

Der Schaden ist wirklich sehr groß. Das antipolnische Gift, das zuerst Bismarck, später Hitler und auch die DDR (zur Zeit der Solidarnosc) verabreicht hatten, wirkt heute immer noch.

Postscriptum:

Jedes mal das gleiche: Menschen die nicht mal „Guten Tag“ auf polnisch sagen können, wollen mich zu so einem komplexen Thema wie die Reform des Verfassungsgerichtes in Polen belehren.

Auf die Nachfrage, was sie genau kritisieren, kommen nur noch Worthülsen zurück, aber sie sind fest davon überzeugt, in Polen geht es wie in der Türkei zu, obwohl dort keine einzige oppositionelle Partei verboten wurde, obwohl dort kein einziger Richter oder Journalist im Gefängnis sitz, obwohl dort keine einzige Zeitung geschlossen wurde.

Ich kann mir dies nur mit antipolnischen Ressentiments erklären, die die Politik und die deutsche Presse offenbar immer, wenn es passt, bei einem Teil der Bevölkerung erwecken können.