(David Berger) Christopher Pietsch passt besonders gut in unsere Kategorie „Schubladenfrei“ – In Cottbus geboren, wohnt er derzeit noch in Berlin, will aber im kommenden Frühjahr nach Dresden ziehen. Er engagiert sich seit Jahren in der Politik: Von Oktober 2012 bis Mai 2016 war Mitglied der Linkspartei, von Januar bis Mai 2016 sogar Kandidat zur Wahl des Parteivorsitzes. Schon in dieser Zeit fiel er dadurch auf, dass er eigenständig dachte und sich Parteidogmen nicht beugte. So kritisierte er scharf die Genderideologie, den Deutschlandhass mancher Genossen und auch das dort herrschende Islamappeasement.
schubladenfrei-teaserEr hatte in jener Zeit sogar den Mut, für gaystream.info zu schreiben – ein Internetmagazin für schwule Männer, das den queeren Rothemden von Anfang an zutiefst verhasst war, da es nicht käuflich war und man dort ihre eigentliche Homophobie und ihren Antisemitismus offen kritisierte.

Seit einigen Wochen hat Pietsch die Linkspartei endgültig verlassen und die Alternative für Deutschland ist seine neue parteiliche Heimat. Schon vor einem Jahr hatte er als Linker den Geburtstag von Pegida mitgefeiert und dazu einen Bericht veröffentlicht. Auch zum zweiten Geburtstag, den Pegida am letzten Sonntag feiern konnte, war er mit dabei. Wir veröffentlichen hier seine persönlichen Erinnerungen, die in einem deutlichen Kontrast zu den Berichten stehen, die wir darüber aus den großen Medien kennen.

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(Christopher Pietsch) „Ich möchte in diesem Beitrag über meine Erlebnisse vom zweiten PEGIDA-Geburtstag berichten. Um eines vorneweg zu sagen: Der zweite Geburtstag der PEGIDA-Bewegung ist wesentlich friedlicher abgelaufen, als vor einem Jahr.
Die Stadt Dresden war am Sonntag, wie bei jeder PEGIDA-Demonstration in heller Aufregung gewesen, was sich vor allem bei den öffentlichen Verkehrsmitteln bemerkbar machte. Weitläufige Umleitungen waren an der Tagesordnung und auch die polizeiliche Präsenz war sehr hoch.

Als ich vom Hauptbahnhof Richtung Altmarkt lief, weil ich offen gestanden kein Freund des Wartens bin, konnte ich die ersten Fahnenträger schon beobachten. Vom Kleidungsstil her wusste ich bereits, dass es sich hierbei um Gegendemonstranten handeln musste. Meine Vermutung bestätigte sich, als ich die Fahnen mir genauer anschaute.

Als ich am Altmarkt ankam und in Ruhe meinen Kaffee genoss, schlenderte ich anfangs durch das „Food Festival“, eine Art Jahrmarkt wo verschiedene Neuheiten der Esskulturen vorgestellt wurden. Mein entspanntes Schlendern endete prompt, als mir eine Gruppe von PEGIDA-Anhängern auffiel. Sie redeten begeistert von der diesjährigen Geburtstagsfeier.
Ich ging weiter Richtung Frauenkirche, wo schon dutzende Polizeiwagen standen, deren Besatzung angespannt in die Menge schaute.

Nur wenige Meter, an der Augustusbrücke konnte ich verstehen, wieso die Beamten der sächsischen Polizei so angespannt waren. Der Schlossplatz sowie die Brühlsche Terrasse war einer der Hauptstandorte der Gegendemonstration gewesen. Die Musik, die dort lief, war extrem laut eingestellt. Die Teilnehmer der Gegendemonstration machten auf mich den Eindruck, als ob Sie gerade auf der Loveparade wären, mit einer politischen Demonstration hatte das recht wenig zu tun.

Ich lief also an der Polizeiabsperrung entlang und kam am Grünen Gewölbe heraus, von wo ich ohne Probleme zum Theaterplatz gelangen konnte. Zu meiner Linken, richtung Postplatz gab es eine weitere Polizeiabsperrung, weil dort kurz darauf eine weitere Gegendemonstration stattfand.

Diese Gegendemonstration zur Pegida-Veranstaltung trat im Gegensatz zu der eigentlichen Veranstaltung auf dem Schlossplatz sehr aggressiv auf. Gegen die Menschen, die sich dem Theaterplatz näherten um dort den PEGIDA-Geburtstag zu feiern, fielen Sätze, die ich nicht wiederholen möchte.

Als ich am Theaterplatz ankam, hielt gerade Herr Michael Stürzenberger eine Rede und ganz offen gestanden, ich bin überhaupt kein Freund seiner Thesen. Was mich persönlich viel mehr störte als seine Rede, war die Tatsache, dass er nicht verstanden hatte, dass man in ein Mikrofon nicht schreien muss. Aber ich lenke ab.

Was mir auffiel, war die Tatsache, dass der Theaterplatz recht „luftig“ war. Während letztes Jahr der Platz aus allen Nähten platzte, war es diesmal recht überschaubar gewesen. Die Teilnehmerzahl, die in den Medien kursierte, es sollen 8.000 Teilnehmern gewesen sein, hielt ich persönlich für maßlos übertrieben.

Die Teilnehmer hätte ohne Probleme auf dem Schlossplatz Platz gehabt – ohne aneinander anzustoßen. Die Stimmung auf dem Theaterplatz erschien mir durchwegs entspannt.
Zum Schluss sangen alle Teilnehmer die Nationalhymne und auch ich konnte es mir nicht verkneifen, mitzusingen.

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Vorschaufoto: Christopher Pietsch beim 1. Geburtstag von Pegida 2015 neben Lutz Bachmann (links) (c) privat/Pietsch