(David Berger) „Dresdner Bürger helfen Dresdner Obdachlosen und Bedürftigen e.V.“ heißt ein neu eingetragener Verein, der sich in Dresden für Obdachlose und Bedürftige stark macht. Das wurde auch deshalb nötig, weil durch die Hilfsbereitschaft für Migranten häufig an anderer Stelle gespart werden muss.

Neben dem Sammeln von Kleidern (Warme Pullover, Winterjacken usw.) wird der Verein im Dezember auch ein Weihnachtsessen veranstalten, um diesen Menschen zu zeigen: Ihr seid nicht allein, ihr seid unsere Mitbürger und wir fühlen uns für euch mitverantwortlich. Ich habe mit dem Organisator Ingolf Knajder gesprochen.

Ganz ungewöhnliche Nachrichten aus Dresden, wird sich nun mancher denken, da leben doch – wenn man den Medien glauben mag – nur böse rechtsradikale Untermenschen … 

Ingolf Knajder: In Dresden leben viele weltoffene, herzensgute Menschen, die sich auch um die Mitmenschen kümmern. Dresden hat mehr zu bieten als Pegida und die verrohten Linksradikalen der Antifa. Dresden hat ganz sicher kein Problem mit Rechtsradikalismus. Wenn die Politik mehr mit den Menschen reden würde und einen wirklich ehrlichen Dialog auf Augenhöhe ohne Bevormundung und Besserwissermentalität führen würde, gäbe es viele Probleme nicht.

Häufig hört man, dass die Sorge um allein erziehende Elternteile, um Rentner, um am Rande des Existenzminimums Lebende und Obdachlose eine Sache des Staates, vielleicht noch der Wohlfahrtsorganisationen und der Kirchen ist. Warum mischt ihr als Privatleute euch da ein?

Ingolf Knajder: Wir wollen helfen, die Lebenssituation dieser Menschen zu verbessern, da sich weder der Staat, noch die Behörden ausreichend um diese Menschen kümmern, die Wohlfahrtsorganisationen an ihrer Belastungsgrenze sind und ihnen das Geld fehlt, um ausreichend zu helfen.

Kannst du uns kurz sagen, was ihr konkret macht?

knajderIngolf Knajder: Wir sammeln derzeit Spendengelder für unser Weihnachtsessen und haben eine große Kleiderspende organisiert. Wir werden am 13.12.2016 im stadtbekannten und renommierten Ballhaus Watzke unser 1. Weihnachtsessen für Obdachlose und Bedürftige veranstalten. Wir werden dabei großzügig vom Team des Ballhaus Watzke, von der Großbäckerei Emil Reimann und der Spedition Jörg Baumann unterstützt. Weitere Unterstützer sind die Firma Bau Riedel und das Hyundai Autohaus Heike Hanisch GmbH. Am 13.12.2016 werden wir bei dem Weihnachtsessen neben einem herrlichen Kaffeetrinken mit originalem Dresdner Christstollen, ein musikalisches Programm mit Weihnachtsliedern bieten. Nach den Kaffeetrinken werden wir an die Obdachlosen und Bedürftigen die gesammelten Kleidungsstücke verteilen und zum Abschluss gibt’s das Weihnachtsessen mit Gänsekeule, Rotkraut und Klößen.

Das klingt nach einem Unternehmen, für das man einiges an Geld in die Hand nehmen muss

Ingolf Knajder: Alles wird finanziert aus privaten Spenden. Alles was an Spendengeldern und Sachspenden übrig bleibt, wird von uns an die Dresdner Tafel, die Heilsarmee Dresden und das Kinderhilfswerk Arche verteilt.
Wir stehen derzeit mit dem Stadtrat Dresden über unser Vorstandsmitglied Jens Genschmar, der ebenfalls als FDP – Stadtrat im Dresdner Stadtrat sitzt, in Verhandlungen mit der Stadt Dresden, um ein der Stadt gehörendes Gebäude zu erwerben. Dieses wollen wir dann selbstständig sanieren und als Begegnungshaus für Obdachlose und Bedürftige mit Schlafräumen und Gemeinschaftsräumen gestalten.

Nun hat es in letzter Zeit einigen Ärger im Zusammenhang mit eurer Aktion gegeben …

Ingolf Knajder: Das hat mit dem Leiter der Dresdner Tafel, Herrn Schönherr zu tun. Für mich ist er ein durch und durch linkslastiger naiver Gutmensch. Herr Schönherr lehnt jegliche Kooperation und Zusammenarbeit mit unserem Verein und unseren Unterstützern ab, mit der Begründung, er würde niemals mit Leuten zusammen arbeiten, die andere Menschen, insbesondere Asylsuchende, Migranten und Kriegsflüchtlinge ausgrenzen und ausschließen. Er würde für Zusammenhalt und Integration stehen und kämpfen und will sich engagieren für alle, insbesondere für Asylsuchende und Migranten.

Was ist denn nun an diesen Vorwürfen dran?

Ingolf Knajder: Die Wohltätigkeitsvereine *Tafel e.V.* wurden gegründet, um den Bedürftigen und Obdachlosen zu helfen und nicht um Asylanten, illegale Einwanderer ohne Ausweispapiere, Asylmissbraucher und Scheinasylanten, kriminelle Migranten und islamistische Terroristen zu beköstigen. Ich habe in ganz ruhigem Ton und mit vernünftigen Argumenten den Sinn unseres Vereines erklärt, aber er will und wird es nicht verstehen, worum es uns geht.

Nicht alle unserer Leser kommen aus Dresden. Wenn man ganz konkret mithelfen, ein Zeichen im Sinne „Bürger helfen Mitbürgern“ setzen will, was kann man dann tun?

Ingolf Knajder: Wer uns bei unseren Aktionen und Veranstaltungen helfen möchte, der kann sich auf unserer Facebook-Seite gern informieren.

Spenden-Kontodaten: Dresdner Bürger helfen Dresdner Obdachlosen und Bedürftigen e.V. – IBAN: DE82850400000141742700 – BIC: COBADEFFXXX – Bank: Commerzbank Dresden

Hier geht’s zur Facebookgruppe: Dresdner Bürger helfen

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Foto: By Bybbisch94-Christian Gebhardt (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

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[…] (David Berger) Bis Weihnachten ist nicht mehr so lange hin, wie viele vielleicht denken. Und die Temperaturen – heute selbst hier an der Cot  – erinnern einen auch daran. Daher nun ein Video zum Liegestütz-Challenge zu Gunsten des 2. Weihnachtsessen für Dresdner Obdachlose und Bedürftige. […]

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[…] über “Rechtsradikalismus in Dresden? Wir haben ganz andere Probleme!” — philosophia perennis […]

Frank
Gast
Frank

Auf die Frage „Was ist denn nun an diesen Vorwürfen dran?“ hätte er auch einfach sagen können „Alles!“. Denn letztendlich – ohne den vorherigen Konflikt zu kennen oder zu beurteilen – bestätigt er die These. Wenn ein Bedürftiger vor mir steht, sehe ich zwar dessen Hautfarbe und könnte schlussfolgern, dass er (oder zuminest seine Eltern) aller Voraussicht nach nicht im Umkreis geboren wurde, wissen tue ich aber schon das nicht. Und erst recht nicht seinen Asylstatus, die Existenz seiner Ausweispapiere und seine Migrationserfahrung. Und sofern ich nicht gerade einen Fahndungssteckbrief gesehen habe, auch nicht, ob er kriminell oder Terrorist ist… Mehr lesen »

Peter Panski
Gast
Peter Panski

Behaupten, es gäbe kein Problem mit Rechtsextremismus und – populismus in Dresden und dann dieser Beitrag. Herzlichen Glückwunsch! Zu diesem pseudosozialen Dummfang fällt einem nichts mehr ein. P. P.

Jule
Gast
Jule

Soweit ich informiert bin dürfte es den Asylanten/Flüchtlingen/ Zugereisten – oder wie immer man sie bezeichnen mag – an nichts fehlen. Es gab jedenfalls Essensausgaben für diese wo man Obdachlose gnadenlos wegschickte … soviel zum Thema Ausgrenzung (dies an Schönherr). Wer das Geschehen an manchen Tafeln beobachtet ( Anlieferer) ) kann verstehen warum man dort immer weniger Verständnis hat für übelstes Benehmen der “ neuen Kunden“. Wer vergleicht was einem HartzVI -Empfänger für Nahrung zur Verfügung steht – und welche Aufwendungen demgegenüber stehen für Asylanten … – was mitunter das 3fache dessen ausmacht – fragt sich nicht mehr ob es… Mehr lesen »

Odins Wölfe
Gast
Odins Wölfe

Gute Aktion, allerdings ist zu befürchten daß die Antifa das Fest ordentlich aufmischt.

blackhawkone
Gast

Hat dies auf ERWACHE! rebloggt.

Bernhard
Gast
Bernhard

„Er würde für Zusammenhalt und Integration stehen und kämpfen und will sich engagieren für alle, insbesondere für Asylsuchende und Migranten“

„INSBESONDERE FÜR“ wie blöde muss man sein um sich in solcher Art selbst zu entblößen. Im Rahmen des Selbstschutzes meiner Gefühle komme ich kaum noch darum herum gegen solche „Gutmenschendeln Flachpfeifen“ einen gesunden Hass zu entwickeln.Wenn die Angriffe auf das Gefühl immer mächtiger werden,besteht die Gefahr dass der Ratio dabei ins Hintertreffen gerät, aber aufgeben werde ich nicht.

Onkel Peter
Gast

Hat dies auf Die Morgenzeitung rebloggt.

Karima Bahlig
Gast
Karima Bahlig

Super, eine neue Facebook-Gruppe, die ganz bequem jederzeit von „big brother“ beobachtet werden kann.

Die Idee des Vereins finde ich gut und wichtig. Man kann nur hoffen, dass sich auch in anderen Städten sowas gründet. Gut, dass ihr die Kontodaten zwecks Spenden gleich oben in den Artikel reingeschrieben habt. Jeder, der begriffen hat, was in diesem Land abgeht, sollte aus Prinzip wenigstens einen Euro monatlich spenden.

Aber auf eure Facebook-Seite kriegt ihr mich nicht.

reinikeup
Gast
reinikeup

Schöne und mutige Initiative, die in Zeiten da alle Ressourcen auf den Asylzuwanderungssektor geleitet werden, schon als systemkritisch verstehen kann ….

thombar
Gast
thombar

endlich!!! seit pegida, afd und refugees wellcome hysterie warte ich auf ein so deutliches zeichen und ein so deutliches und starkes engagement für unsere landeseigegen probleme mit armut, obdachlosen und arbeitslosen! ich hätte mir allerdings gewünscht das auch von unseren politikern ein solches zeichen gesetzt worden wäre. vielleicht schafft es unsere selbsternannte bundeskönigin ja noch mal eine initiative zur beschäftigung von deutschen langzeitarbeitslosen durch die deutsche wirtschaft hinzubekommen. ansonsten muss man deutschen langzeitarbeitslosen empfehlen auszureisen, ihre pässe zu vernichten, wieder einzureisen und an der grenze zu schreien: ich bin syrer, ich will asyl, ein haus, ein auto und einen arbeitsplatz… Mehr lesen »

Hans
Gast
Hans

Es ist begrüßenswert, dass sich Menschen formieren, um den Leuten Unterstützung zukommen zu lassen, die eben keine „Migranten“ in jedweder Form sind – oder sein wollen/sollen. Denn gerade diesem Personenkreis wird jedwede „Hilfe“ zuteil, berechtigt oder nicht. Wenn die Regierung versagt, dann müssen die Menschen zusammenstehen,. Dass solche Bessermenschen wie gewisse Leiter der Dresdner Tafel hier einen erheblichen Störfaktor darstellen, ist beschämend – und ich möchte sagen rassistisch. Migranten ja – Obdachlose Inländer nein, das gerdade ist rassistisch und extrem. Aber das Thema ist ja wohl bekannt genug.